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Nach der Kostenexplosion : Es ist vollbracht: Freie Fahrt auf Morsumer Brücke

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Nach jahrelangen Verzögerungen und einer Kostenexplosion ist die Brücke am Nösistich für den Verkehr geöffnet worden.

Die Bürger und Gäste des östlichsten Inseldorfes haben wieder freie Fahrt: Seit gestern Nachmittag ist die neu gebaute Brücke am Nösistich für den Verkehr geöffnet. Zuvor erfolgte die Bauabnahme für die 35 Meter lange Überführung über die Bahnschienen, die ihre marode, 1970 erbaute Vorgängerin ersetzt.

Mit der Freigabe endete zugleich eine zeitliche und finanzielle Odyssee: Eigentlich sollte die Brücke bereits vor drei Jahren mit einem Kostenaufwand von rund 500 000 Euro gebaut werden. Nun ist es 2014 und die veranschlagte Summe wird sich in etwa verdreifachen. „Wir gehen von 1,5 Millionen Euro aus – ganz exakte Zahlen werden in zwei, drei Monaten vorliegen“, erläuterte gestern Inselbaumeister Martin Seemann.

Die erste Verteuerung um rund 260 000 Euro resultierte aus einem Anprallschutz, den geänderte Sicherheitsrichtlinien der Deutschen Bahn vorschrieben. Eine weitere Kostensteigerung zeichnete sich dann vor wenigen Wochen ab: Während Tiefbauamtsleiter Reiner Brudnitzki bei der jüngsten Morsumer Ortsbeiratssitzung auf einen Fehler des Planungsbüros verwies und erklärte, dass die Gemeinde ein rechtliches Vorgehen prüfen werde, sagte Matthias Beth vom Kieler Ingenieurbüro Trebes gestern: „Für die unerfreuliche Kostensteigerung können wir nichts. Erst während der Bauphase ergaben sich neue Sachverhalte – so wurden etwa alte Fundamente entdeckt, die beseitigt werden mussten.“

Doch nicht nur in finanzieller Hinsicht krankte der Brückenbau: Erst schleppten sich die Verhandlungen zwischen Gemeinde und Bahn dahin, dann verlor ein Bahnmitarbeiter die Planungsunterlagen und schließlich gab es noch einen vorübergehenden Baustopp durch die Bahn. Doch nun steht sie endlich, die massive Stahlverbundkonstruktion, über die eine zweispurige Fahrbahn sowie ein breiter Gehweg führen.

Neben der Brücke führen Steintreppen unter das Bauwerk. „Diese ermöglichen eine gute Zugänglichkeit bei den turnusmäßigen Prüfungen, die sich zugunsten der Langlebigkeit der Brücke auswirken“, erläuterte Oberbauleiter Frank Notkamp von der ausführenden Echterhoff-Baugruppe aus Hamburg. Der Neubau sei dringend nötig gewesen, betonte Notkamp: Die alte Brücke habe bereits Risse und offene Fugen aufgewiesen. Wie lange das neue Bauwerk Bestand haben werde, lasse sich nicht konkret sagen, „aber ein paar Jahrzehnte werden es natürlich schon sein.“ Für die Bürger und Gastronomen im Norden Morsums wie auch Urlauber endet nunmehr also der Umweg über den Bahnübergang am Morsumer Bahnhof – jetzt heißt es freie Brücke statt geschlossene Schranken.

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