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Wohnungbau auf Sylt : „Es ging ziemlich hoch her”

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Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Projekt-Finale: Bauvorhaben für StoV-Gelände und Hugo-Köcke-Weg holte zukünftige Mieter ins Boot.

shz.de von
erstellt am 13.Nov.2017 | 05:39 Uhr

Unter dem Arbeitstitel „Auf Sylt gut Zuhause” wurde in den letzten fünf Monaten eine Evaluation durchgeführt, die die zukünftigen Bewohner des neuen Wohnareals rund um das ehemalige StoV-Gelände und den Hugo-Köcke-Weg zu Wort kommen lassen wollte (wir berichteten).

Initiiert von Bürgermeister Nikolas Häckel, führte Sonja Hörster vom Institut für Partizipatives Gestalten (IPG) aus Oldenburg in Zusammenarbeit mit dem Kommunalen Liegenschafts-Management (KLM) und der Ortsentwicklungsgruppe der Gemeinde Sylt seit Juli dieses Projekt durch, das aufzeigen sollte, welche Bedürfnisse und Vorstellungen Sylter Dauermieter eigentlich haben. In verschiedenen Workshops, in denen sich alle Teilnehmer aktiv an der Planung des zukünftigen Wohnareals mit rund 250 Wohnungen einbringen konnten, sollte sich herauskristallisieren, welche Hoffnungen, Wünsche und Erwartungen die Menschen an ihr Wohnumfeld haben. „Mitmachen statt meckern”, war das Schlagwort von Nikolas Häckel, der alle Mieter und Nachbarn der Hugo-Köcke-Siedlung dazu ermuntern wollte, sich einzubringen. „Leider war die Teilhabe mit rund 30 Personen geringer als erwartet und das macht mich doch etwas traurig”, resümierte Häckel beim finalen Präsentationsabend am Donnerstag. Auch zu diesem letzten Treffen im Schulzentrum Sylt waren nur wenige Anwohner gekommen, doch die wollten nun gerne hören, was nach fünfmonatiger Zusammenarbeit als Fazit festgehalten kann.

Und so fasste Sonja Hörster die Ergebnisse der einzelnen Workshops knapp zusammen und kam nicht umhin feststellen, dass „es jedes Mal ziemlich hoch her ging. Es gab starke Auseinandersetzungen – das kenne ich von meinen anderen Projekten so nicht”. Das sei aber auch verständlich, sagte sie weiter, denn „es geht ja schließlich um einiges.” Denn das rund fünf Hektar große Grundstück ist das größte zusammenhängende Gelände in Westerland, das noch bebaut werden dürfe. „Und bei einem Bauvorhaben solcher Größenordnung, sollte man gut überlegen, ob man die privaten Eigeninteressen durchsetzten will oder doch lieber die Aspekte des Klima- und Umweltschutzes miteinbeziehen möchte und zugunsten aller Kompromisse eingeht.” Denn gerade bei den Themen Erschließung und Parken auf dem Wohngelände kochten die Emotionen hoch und es war schwer, einen Konsens zu finden. „Da hier die verschiedenen Ansichten aufeinander prallten, wird es nötig sein, eine politische Grundsatzentscheidung zu treffen, um zu klären, wie sich die Insel in Zukunft präsentieren will.”

Die Vorschläge und Wünsche derer, die teilgenommen haben, werden auf jeden Fall gesammelt an die zukünftigen Architekten übergeben, die möglichst alle Aspekte in ihren Bauskizzen berücksichtigen sollen. Doch zunächst muss das Bauvorhaben den Wohnungsbauausschuss passieren, Verschiedene Gutachten müssen erstellt, Bauleitplanungsverfahren eingeleitet und Bauanträge gestellt werden. Und das kann dauern. Mit Baubeginn sei frühestens 2020 zu rechnen, stellte das Ortsentwicklungs-Team in Aussicht.

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