„Es geht um den Zusammenhalt“

Kaffekränzchen im Garten: Jeden Mittwoch treffen sich die Lehrerinnen der Sprachschule und tauschen sich aus.
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Kaffekränzchen im Garten: Jeden Mittwoch treffen sich die Lehrerinnen der Sprachschule und tauschen sich aus.

Sprachschule der Integrationshilfe Sylt sucht ehrenamtliche Lehrer / Keine Voraussetzungen nötig / Neue Räume im Geschwister-Scholl-Weg

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24. Mai 2018, 05:30 Uhr

„Das Geheimnis des Glücks liegt nicht im Besitz, sondern im Geben“, heißt es. Und dass Geben tatsächlich glücklich machen kann, wissen die ehrenamtlichen Lehrerinnen und Lehrer der Sprachschule der Integrationshilfe Sylt aus eigener Erfahrung. Denn durch das Geben ihres Wissens und ihrer Zeit erhalten sie im Gegenzug Dankbarkeit, Zufriedenheit und Freundschaft.

Begonnen hat alles 2015 als Sprachschule für die Flüchtlinge auf der Insel – damals noch in einem leerstehenden Haus in der Boysenstraße. Mit dem Abebben der Flüchtlingswelle wurde es um die Sprachschule ruhiger, was jedoch nicht heißt, dass es auch in ihr ruhig wurde. Denn jeden Schultag – unterrichtet wird immer Montag bis Donnerstag von 16 bis 18 Uhr – kommen nach wie vor zahlreiche Flüchtlinge und Migranten in die neuen Räume im Geschwister-Scholl-Weg 2 in Westerland, um Deutsch zu lernen. „Wir haben insgesamt 50 Schüler, wir haben aber nur noch einen Stamm von 17 Lehrern“, berichtet Sprachschulleiterin Claudia Wolters. Von den 17 Ehrenamtlichen kämen zehn an bestimmten Tagen in der Woche, „die kann ich fest einplanen“, so die Pädagogin. Die anderen sieben kämen ab und an. „Wir brauchen daher dringend mehr Leute, die diese Aufgabe von Herzen machen wollen“, appelliert sie – denn seit einigen Monaten habe sie große Schwierigkeiten, die vielen Schüler mit relativ wenig Lehrern qualitativ hochwertig zu unterrichten.

Claudia Wolters erzählt, dass es derzeit vier Klassenstufen gibt, in denen die Schüler unterrichtet werden. Und es ist ein besonderer Unterricht: „Wir gehen langsam vor und machen einen sehr persönlichen und kommunikativen Unterricht.“ Die Lehrer würden die Schüler kennen, auf sie eingehen und eine Beziehung zu ihnen aufbauen.

Eine weitere Besonderheit der Sprachschule: Sie hat eine Kinderbetreuung. Aus diesem Grund würden auch viele Mütter den Sprachunterricht in Anspruch nehmen. Ein festangestellter Mitarbeiter mit einer halben Stelle bei der Gemeinde Sylt sowie mehrere Ehrenamtliche würden sich regelmäßig um die Kinder kümmern, während die Eltern in den Klassenzimmern lernen.

Die ehrenamtlichen Lehrerinnen und Lehrer sind mit viel Liebe und Engagement dabei. Das weiß die Leiterin der Sprachschule: „Es geht hier auch um den Zusammenhalt und um das Miteinander der Lehrer. Wir sind ein tolles Team.“

Dass ihr die freiwillige Arbeit großen Spaß macht, betont Nanni Eberhardt, die einmal in der Woche in der Sprachschule unterrichtet. „Ich mache das unheimlich gerne“, sagt sie freudestrahlend. Unter anderem weil sie sehe, dass die Schüler enorm wissbegierig sind. „Und auch ich lerne eine Menge daraus“, sagt sie. Wenn Nanni Eberhardt nach dem Unterricht um 18 Uhr nach Hause fahre, sei sie „einfach beseelt“, wie sie betont. „Wir lernen die Menschen hier kennen und beschäftigen uns mit ihnen. Mich macht das zufrieden und glücklich.“

Um Lehrer in der Sprachschule zu werden brauche man keinerlei Voraussetzungen, sagt Claudia Wolters ausdrücklich. „Man muss einfach gerne etwas erklären. Am besten kommen Leute zurecht, die mit Kindern bereits Hausaufgaben gemacht haben – das ist aber keine Voraussetzung“. Und sie betont, dass das ganze Material von ihr vorbereitet werde und ergänzt lachend: „Man braucht nichts selber zu machen, die Arbeitsblätter bei uns sind wirklich idiotensicher und für jeden geeignet.“


Wer Interesse hat, sich ehrenamtlich in der Sprachschule der Integrationshilfe Sylt zu engagieren, kann montags bis donnerstags ab 15 Uhr in den Geschwister-Scholl-Weg 2 kommen. Weitere Infos gibt es auch auf der Internetseite www.integrationshilfe-sylt.de.

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