zur Navigation springen

Kultkneipe auf Sylt : Es brennt noch Licht in der Bambus-Bar

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Bambus-Bar Wirtin Elli Vogel-Gdanietz hält nach dem Tod von Bambus-Klaus und ihrem Mann Wolfgang die Stellung in der Sylter Kultkneipe.

shz.de von
erstellt am 10.Sep.2015 | 05:46 Uhr

Die kleine Kneipe hinter den Dünen existiert immer noch - allen Rückschlägen zum Trotz. Wirtin Elli hält nach dem Tod von Bambus-Klaus und ihrem Mann die Stellung in der Sylter Institution. Wie lange noch, weiß sie noch nicht.

30 Jahre Bambus-Bar - dieses Jubiläum konnte die Sylter Kultkneipe am Lister Weststrand 2015 feiern (wir berichteten). „Es war eine schöne Party, eigentlich“, sagt Wirtin Elli Gdanietz. Eigentlich - denn eigentlich haben sie und die Bar schwere Zeiten hinter sich.2012 starb der Mann, der die Bar am Meer - einst das Wartehäuschen einer Bushaltestelle - mit seinen Vollmondpartys berühmt gemacht hat: Bambus-Klaus, Ellis Schwager, der vom Dach seiner Bar selbstgetextete Sylt-Schlager zum Besten gab und damit ein buntes Publikum von der Lady mit Perlenkette bis zur Camperfamilie anzog.

Nach seinem Tod sprangen Elli und ihr Mann Wolfgang, Klaus' Bruder, ein. Doch 2014 starb auch Wolfgang. Es sei „eine schwierige Überlegung“ gewesen, ob sie nun weitermachen soll oder nicht, blickt Elli zurück. Aber zum einen hätte die Mittsechzigerin dann ganz allein die Bar ausräumen müssen, zum anderen war es der Wunsch ihres Mannes, 30 Jahre Bambus zu feiern. „Es war mir wichtig, die Party zu machen“, sagt Elli. „Ich fühlte mich in der Pflicht.“ Eine Art Vermächtnis also.

Ob das klappt, war schon vorher ungewiss. Denn die Gemeinde List hat andere Pläne für den Standort der Kneipe, die für viele noch für das alte Sylt steht, zwar irgendwie cool, aber nicht schick. Die Bar, die schon viele Promis anzog wie Ina Müller, Reinhard Mey, Bettina Tietjen, Lilo Wanders und Jürgen Drews, werde von den Stammkunden geschätzt, sagt Elli. „Das ist für die was ganz Besonderes, einer der letzten kleinen witzigen Läden. Die waren ganz glücklich, dass ich weitergemacht habe.“ „Die Bambus-Bar ist immer noch etwas Besonderes“, findet auch Jutta Vielberg von Sylt Marketing. „Und auch immer noch so eine Art Geheimtipp“, auch wenn ohne Klaus ein bisschen von der Anziehungskraft verloren gegangen sei.„So große Feiern werde ich nicht mehr machen“, glaubt auch Elli.

Vollmondpartys, das konnte ohnehin nur Klaus. Ein „Poesie-Erinnerungs-Magazin-Album-Buch“ kann der Kunde in der Bar erwerben, als Lektüre zwischen Almdudler und Erbsensuppe. Die Kunden sitzen in der Mittagssonne und genießen den Blick auf die Lister Dünen- und Heidelandschaft, während Elli in fröhlichen Leuchtfarben die Getränke bringt.

Ob sie nun noch einmal weitermacht? Die Saison endet spätestens Anfang Oktober. „Ich habe noch Zeit zum Überlegen. Aber hier ist schon ein schönes Fleckchen Erde.“

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen