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Gemeinde Sylt : „Es besteht dringend Handlungsbedarf“

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Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Das Dach der Alten Post in Westerland muss dringend saniert werden / SWG-Politiker fordern genaue Aufklärung über die Schäden

shz.de von
erstellt am 23.Mai.2016 | 04:51 Uhr

Es war eines der großen Diskussionsthemen in der Gemeindevertretersitzung am vergangenen Donnerstag: Die Dachsanierung der Alten Post in Westerland. Schon im Finanzausschuss vor zwei Wochen, als der Nachtragshaushalt verabschiedet wurde, kam es zu irritierten Fragen aus den Reihen der Kommunalpolitiker: „Wir hören von dieser Notwendigkeit heute zum ersten Mal“, sagte Dürken Freier (SWG) erstaunt, „es war uns bisher völlig unbekannt, dass hier so dringend etwas dran gemacht werden muss.“

In der Tat tauchte die Investition von 343  700 Euro für die Sanierung des Daches in der Westerländer Stephanstraße erstmals im Nachtragshaushalt der Gemeinde Sylt auf. Eine hohe Investition aus dem Vermögenshaushalt, die nach Aussage von Dürken Freier in Anbetracht der finanziellen Lage der Gemeinde gut überlegt werden soll.

Dass diese Maßnahme notwendig sei, erklärte Amtsleiterin Monika Kuhn: „Wir haben in der Alten Post in der Vergangenheit bereits größere Durchfeuchtungsschäden gehabt“, sagte sie dem Finanzausschuss, „das Archiv und auch die Fraktionsräume waren davon bereits betroffen.“ Zuletzt aber seien Mietwohnungen in dem Gebäude, das unter anderem die Sylt-Bibliothek, das Sylter Archiv und die Sylt Marketing GmbH beherbergt, von Wasserschäden betroffen gewesen. Mitarbeiter des Kommunalen Liegenschafts-Managements (KLM) machten sich ein Bild von der Lage und kamen zu dem Schluss, dass mit dieser Maßnahme nicht mehr gewartet werden könne. In einer Erklärung des KLM dazu heißt es: „Nach Begutachtung tritt bei ungünstiger Wetterlage an vielen Stellen Wasser in das Dachgeschoss und in den Dachboden ein. An vielen Stellen des Dachstuhls ist die Durchfeuchtung sichtbar. Durch den Wassereintritt werden die Wärmedämmungseigenschaften aufgehoben und es besteht die Gefahr von Schimmelbildung. Eine provisorische Reparatur sei aus fachtechnischer Sicht nicht mehr möglich.“ Diese Erklärung ist der SWG zu wenig, wie Dürken Freier bei der Gemeindevertretersitzung erneut deutlich betonte. „Mir liegen hier wenige kurze Sätze vor. Bei so einer großen Sanierungsmaßnahme erwarte ich, dass die Selbstverwaltung eine gutachtliche Stellungnahme bekommt und erfährt, wie hoch die Kosten der Reparatur sind.“ Einfach 340  000 Euro einzustellen, ohne dass sie ein ausführliches Papier vorliegen habe, sei nicht in ihrem Sinne, so Freier. „So kann ich dem nicht zustimmen.“

KLM–Leiter Marcus Kopplin erklärte den Gemeindevertretern die Notwendigkeit der Dachsanierung: „Im Rahmen unserer Begehungen, die wir regelmäßig durchführen, weisen wir auf bestimmte Maßnahmen hin, damit diese rechtzeitig in den Haushalt eingestellt werden können“, so Kopplin. „Dabei kommt es aber auch manchmal dazu, dass wir feststellen, dass ein Dach so kaputt ist, manchmal auch seit vielen Jahren, dass es immer wieder zu Durchfeuchtungen kommt.“ Im Falle der Alten Post sei festgestellt worden, dass verschiedene technische Ausführungen in der Vergangenheit falsch gemacht worden sind. Sein Appell an die Politiker war deutlich: „Vertrauen Sie mir bitte, ich würde das gesamte Dach nicht neu decken, wenn wir das auch mit Bordmitteln und einer Kleinreparatur hinkriegen würden“. Maria Andresen (Bündnis 90/Die Grünen) fand schließlich klare Worte: „Ich finde, die Nachrichten sind schlimm genug und es besteht dringend Handlungsbedarf, also sollten wir dem zustimmen.“

Ihre Zustimmung gaben die Gemeindevertreter schließlich nicht. Die Investition wurde mit einem Sperrvermerk versehen und in den Hauptausschuss vertagt. Am 14. Juni wird Marcus Kopplin dann detailliert ausführen, warum die Maßnahme notwendig ist, und erneut darüber abgestimmt.

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