Kalligrafie und chinesisches Schach : Erziehung auf Chinesisch für Hamburger Kinder

20 Kinder in Hamburg lernen im deutsch-chinesischen Kindergarten chinesische Geschichten, Kalligrafie und chinesisches Schach.

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18. September 2012, 08:55 Uhr

Hamburg | Chinas Schul- und Bildungssystem ist im Westen vor allem für Fleiß, Strenge und Disziplin bekannt. Zuletzt sorgte in Deutschland das Buch von der chinesischen Tiger-Mutter für kontroverse Diskussionen. Ein Hauch konfuzianischer Erziehung soll sich jetzt im ersten deutsch-chinesischen Kindergarten in Hamburg wiederfinden.
"In Europa ist es mittlerweile so, dass man in den ersten sechs Jahren sagt Wir lassen die Kinder machen", sagt Stefan Hensel, Geschäftsführer vom gemeinnützigen Trägerverein Pedia, der hinter dem Projekt steht. In Asien versuche man hingegen die ersten Jahre zu nutzen, da die Kinder in dieser Zeit besonders gut lernen, sagt er. Bestätigt sieht er sich durch die Erfolge asiatischer Schüler und Studenten. "Warum schließen zum Beispiel chinesischstämmige Leute überdurchschnittlich in Harvard und Stanford ab?"
Englisch-Spanisch-Chinesisch-Kita besucht
Zusammen mit Experten aus Singapur, Taiwan und der Volksrepublik hat Pedia eine Mischung aus westlichem und östlichem Bildungsangebot entwickelt. Das mache diese Einrichtung bislang einzigartig in Deutschland, so Hensel. Und gerade für chinesische Elternteile sei die Einrichtung dadurch attraktiv. Doch nicht nur für die: "Wir haben zum Beispiel ein mexikanisches Kind", so der Pedia-Chef. In Mexico-City habe dieses eine Englisch-Spanisch-Chinesisch-Kita besucht. In Deutschland wollten die Eltern das so fortsetzen. Im Falle eines türkischen Kindes sehen die Eltern es vor allem als gutes Rüstzeug für die Zukunft.
Für 20 Kinder stehen seit Montag chinesische Geschichten ebenso auf dem Tagesprogramm wie Kalligrafie, chinesisches Schach und Musik. "Musik wird eines der Hauptelemente sein", so Hensel. Schon allein für den Spracherwerb sei dies vonnöten. Wie schnell das Lernen vorangeht, zeigen die Erfahrungen aus anderen Ländern. "Die Eltern müssen sich darauf einstellen, dass ihre Kinder nach drei bis vier Monaten chinesisch aussehende Menschen auf der Straße auf Chinesisch ansprechen", sagt Hensel voraus.

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