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Neuer Sylter Seenotkreuzer : Erstmals Wasser unterm Kiel

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Der neue Seenotkreuzer, der Ende des Jahres in List auf Sylt stationiert wird, schwimmt seit heute Vormittag in seinem Element. An der Weser wurde „SK 34“ erstmals zu Wasser gelassen.

Der neue 20 Meter lange Seenotkreuzer der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS), der Ende des Jahres in List stationiert werden soll, schwimmt in seinem Element. Die Schiffbauer der Fr. Fassmer-Werft in Berne-Motzen haben ihn am heutigen Montag über ein großes Hebewerk in die Weser abgesenkt.
Die DGzRS wird das Schiff, das derzeit noch mit der internen Bezeichnung „SK 34“ versehen ist, voraussichtlich Ende 2013 taufen und in Dienst stellen. Bis dahin stehen umfangreiche Erprobungen „auf Herz und Nieren“ in der Nordsee auf dem Programm. Zuvor erfolgt noch die Endausrüstung des modernen Spezialschiffes am Anleger der Fassmer-Werft.
Im Zuge der ständigen Modernisierung der Rettungsflotte soll der inzwischen vierte Neubau der 20-Meter-Klasse die zurzeit in List stationierte „Minden“ (Baujahr 1985) ersetzen. Die Schwesterschiffe „Eiswette“ (Baujahr 2009), „Eugen“ (2009) und „Theodor-Storm“ (2011) sind auf den Stationen Nordstrand, Greifswalder Oie und Büsum erfolgreich im Einsatz.

Der neue Seenotkreuzer: Länge über Alles: 19,90 Meter; Breite über Alles: 5,05 Meter; Tiefgang: 1,30 Meter; Geschwindigkeit: 22 Knoten (ca. 41 km/h); Besatzung: 7/3 Pers. (Stamm/Einsatz).
Antrieb: ein Propeller 1.220 kW/1.630 PS; Verdrängung: 38 Tonnen.


In der für Seenotkreuzer typischen Heckwanne mit Klappheck führt der neue Seenotkreuzer ein leichtes und wendiges Festrumpfschlauchboot mit sich. Es ist bei 4,80 Metern Länge und 40 Zentimetern Tiefgang 30 Knoten (ca. 56 km/h) schnell. Zugunsten des geringen Tiefgangs des Seenotkreuzers (nur 1,30 Meter) hat die DGzRS auf ein größeres und schwereres Tochterboot verzichtet. Dennoch ist das Arbeitsboot ein leistungsfähiges Einsatzmittel zur Assistenz und zum Befahren von Flachwassergebieten. Trotz der relativ geringen Größe dieses Seenotkreuzers gibt es viel Platz für die Rettungsarbei¬ten: Der Behandlungsplatz zur medizinischen Erstversorgung im geräumigen Mehrzweckraum wird umfassend ausgerüstet. Auf ein Wohndeck hat die DGzRS verzichtet. Die Besatzung lebt nicht an Bord, sondern im Stationsgebäude unmittelbar am Liegeplatz. Für längere Seetörns sind im Vorschiff aber eine kleine Messe und eine Schlafmöglichkeit vorhanden.

Wie alle Rettungseinheiten der DGzRS ist auch der jüngste Neubau als Selbstaufrichter konzipiert, wird vollständig aus Aluminium gebaut und ausschließlich durch freiwillige Zuwendungen aus allen Teilen der Bevölkerung finanziert. Dazu haben die Seenotretter einen ungewöhnlichen Spendenwettbewerb gestartet.
Der Spendenwettbewerb: „Reetdach gegen Reeperbahn! Wer spendet mehr: Sylt oder Hamburg?“ Die DGzRS ruft insbesondere alle Freunde der Insel und der Hansestadt dazu auf, sich an der Finanzierung des neuen Seenotkreuzers zu beteiligen. Der Endstand dieses Spendenwettbewerbs wird entscheiden, ob das Schiff einen Namen mit Bezug zu Sylt oder zu Hamburg erhält.

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erstellt am 16.Sep.2013 | 13:51 Uhr

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