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Neue Verkehrsverbindung : Erster Fernbus kommt auf Sylt an

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Nach 18 Stunden Fahrt machte der FlixBus aus München gestern Station am ZOB Westerland, bevor es weiterging Richtung List

von
erstellt am 06.Mai.2016 | 05:30 Uhr

Gestern Nachmittag am Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) Westerland, 15.38 Uhr: Mit zwei Stunden Verspätung kommt der erste Fernbus auf die Insel. Fast 18 Stunden war der auffällig grüne Doppeldecker von seinem Startpunkt in München aus unterwegs. Es war die Jungfernfahrt des Unternehmens FlixBus auf der neuen Strecke von der bayrischen Landeshauptstadt bis hinauf zur Endstation am Lister Hafen.

Als Fahrgast mit der Bord ist Markus Wenzel aus Kampen. Allerdings kommt der Geschäftsführer der Vermietagentur Appartements & Mehr nicht aus München, sondern ist erst in Kiel zugestiegen. Wie viele andere Passagiere aus Norddeutschland nutzt er die neue Möglichkeit, mit dem Fernbus ohne Umsteigen auf die Insel zu fahren – in seinem Fall bis fast vor die Haustür in der Kampener Hauptstraße. „Bequemer geht’s doch kaum“, sagt Wenzel, „und preiswerter auch nicht. Für die Fahrt habe ich nur schlappe neun Euro gezahlt.“ Der Service im Fernbus wäre „voll okay“, es gäbe kalte Getränke, eine Toilette und sogar WLan. Auch die Buchung via App sei völlig unkompliziert gewesen, auf eine Verspätung habe er sich eingestellt, so Wenzel.

„Wir hatten schon Verspätung auf der langen Strecke von München“, erläutert Busfahrer Antal Farkas, der um 8.15 Uhr in Hamburg seine beiden Kollegen abgelöst hat, die am Vortag um 21.45 Uhr im Süden gestartet sind. „Vielleicht hätten wir das im Norden noch aufgeholt. Aber dann gab’s den Feiertagsstau vor der Autoverladung. Außerdem mussten wir warten, weil bereits andere Busse auf dem Autozug waren.“ Farkas wird auf seiner ersten Fahrt von Karsten Sonneck begleitet, der sich 14 Tage zuvor schon mal die Inselstrecke angeguckt hat: „Genaue Ortskenntnis gehört dazu, schließlich halten wir ja auch in Wenningstedt und an der Vogelkoje.“ Insgesamt wäre die Jungfernfahrt gut ausgelastet gewesen, berichtet Sonneck. Von München über Nürnberg bis Hannover um die 70 Fahrgäste, bis Hamburg dann zirka 50. Dann seien einige wie Wenzel in Kiel zugestiegen, ebenso in Flensburg. Bis auf die Insel wollten bei der Fernbus-Premiere allerdings nur sieben Passagiere. Und lediglich ein einziger Fahrgast hat sich die mehr als 1  000 Kilometer lange Strecke und die gesamten 18 Stunden angetan: Glücklich, doch sichtlich erschöpft stieg die Frau am Westerländer ZOB aus, hatte kaum Zeit für ein Gespräch: „Da warten ja schon seit zwei Stunden meine Abholer, doch es ist schön, endlich hier auf Sylt zu sein.“

Zwei Stunden gewartet am Lister Hafen hat auch Barbara Urhammer aus Kiel. Ihre Enkelinnen hatten für sie die Busfahrt gebucht, wussten aber gar nicht, dass es ebenso eine Premiere war – die erste Rückfahrt von der Insel auf das Festland, wieder Richtung München. Für die beiden Busfahrer blieb in List weder Zeit für einen Blick auf’s Wattenmeer noch für ein Fischbrötchen. „Mal sehen, wie viele jetzt hier auf Sylt noch zusteigen, bevor es wieder auf den Autozug geht“, sagt Antal Farkas. „Und mal schauen, ob wir bis Hamburg die Verspätung teilweise wieder aufholen können.“

 

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