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Offshore-Windpark vor Sylt : Erste Windkraftanlagen in Butendiek sind fertig

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Der Windpark Butendiek vor Sylt ist wegen Baulärm umstritten. Drei von 80 Anlagen sind inzwischen fertig.

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erstellt am 26.Sep.2014 | 05:11 Uhr

Drei Stück stehen schon: Der Bremer Planer und Betreiber des Offshore-Windparks Butendiek, wpd, vermeldete am Donnerstag, dass vergangene Woche drei Windenergieanlagen in Butendiek fertig gestellt wurden. Für alle 80 Anlagen, die wpd rund 32 Kilometer vor der Sylter Westküste betreiben will, seien bereits die Fundamente errichtet. „Das Projekt verläuft somit weiterhin nach Plan, im Oktober sollen die ersten Anlagen in Betrieb gehen“, sagt Achim Berge Olsen, Geschäftsführer der OWP Butendiek GmbH & Co. KG und der wpd offshore GmbH.

Auch sonst ist wpd mit seiner Arbeit aus eigener Sicht zufrieden: Die teuren Schallschutzmaßnahmen, die angewendet worden seien, als die Anlagen in den Meeresboden gerammt wurden, hätten Wirkung gezeigt. Umweltschützer hatten wiederholt kritisiert, dass die lauten Rammarbeiten die gehörempfindlichen Schweinswale aus dem Gebiet vertrieben hätten.

Nach rund eineinhalb Jahren Bauzeit werden nun die ersten Windenergieanlangen installiert und sukzessive in Betrieb genommen. Im Sommer 2015 sollen die Arbeiten komplett abgeschlossen sein.

Kritik an wpd war in diesen Tagen erneut vom Naturschutzbund Nabu hören. In einer Mitteilung hieß es, der Nabu befürworte zwar den Ausbau der Windkraft sowohl an Land als auch auf dem Meer – weise jedoch auf gravierende Versäumnisse bei der Standortwahl und der Realisierung einzelner Projekte hin. „Mit Sorge betrachten wir, dass trotz aller Bekenntnisse der Branche wiederholt festzustellen ist, dass Naturschutzbelange konsequent ignoriert und auch höchst kritische Projekte realisiert werden. Ein gutes Beispiel dafür ist der Offshore-Windpark Butendiek, der alle Naturschutzvorgaben missachtet und nie hätte genehmigt werden dürfen“, sagte Nabu-Bundesgeschäftsführer Leif Miller.

Seit Frühjahr 2014 führen die Naturschützer ein Klageverfahren gegen den Bau und Betrieb von Butendiek. Ihre Begründung: Schweinswale und streng geschützte Meeresvögel würden in den eigens für sie eingerichteten Schutzgebieten gefährdet oder sogar aus ihnen ganz vertrieben. Nach Meinung des NABU ist dies unvereinbar mit den Zielen der europäischen Flora-Fauna-Habitat-Richtlinien und der Vogelschutzrichtlinie. Außerdem fordern die Naturschützer eine Ausbauobergrenze in Nord- und Ostsee.





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