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Video : Erste Sturmflut: Sylt wird durchgepustet

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Die Wellen schlagen mehrere Meter hoch, Windgeschwindigkeiten von 85 Stundenkilometern werden gemessen: So erlebt Sylt die erste Sturmflut im Herbst 2014.

shz.de von
erstellt am 22.Okt.2014 | 16:44 Uhr

Westerland | Hurrikan „Gonzalo“ hat am Mittwoch Norddeutschland erreicht und sorgt für die erste Sturmflut in diesem Herbst. Wasserstände von etwa 1,5 Meter höher als das mittlere Hochwasser sorgten dafür, dass der Weststrand in Westerland komplett überspült wurde. Rund um Keitum schlugen die Wellen bis an das Kliff und an den erst kürzlich fertig gestellten Schutzdeich am Kirchenweg. Östlich des Ortes überspülte das Meer die Wiesen und eine Straße. Bei kräftigem Wind und Regen ließen sich nur hartgesottene Hunde und Herrchen zu einem Spaziergang hervor locken - nasse Pfoten und Füße nicht ausgeschlossen.

Sylt 1 berichtet aus Westerland, wo Windgeschwindigkeiten von bis zu 85 Stundenkilometern gemessen wurden:

Auf Norderney zeigte der Pegel zum Mittagshochwasser knapp zwei Meter über dem normalen Tidehochwasser an. Der Wert lag damit im oberen Bereich einer leichten Sturmflut. In Emden lief das Wasser mit 2,84 deutlich höher auf, ohne jedoch größeren Schaden anzurichten. In Hamburg-St. Pauli erreichte der Hochwasserscheitelpunkt gegen 16 Uhr einen Stand von 2,17 Metern über dem normalen Tidehochwasser. Der Wert lag damit im oberen Bereich einer leichten Sturmflut. Insgesamt zeigte sich die erste Sturmflut des Herbstes bisher harmloser als befürchtet.

Als Sturmflut gilt nach Angaben des Bundesamtes ein Wasserstand von 1,50 bis 2,50 Metern über dem durchschnittlichen Hochwasser (Mittleres Hochwasser). Erst bei Pegelständen zwischen 2,50 und 3,50 Meter sprechen die Experten von einer schweren Sturmflut. Schleswig-Holsteins Nordseeküste ist wegen der geringen Wassertiefe des Wattenmeeres besonders sturmflutgefährdet: Rund 3400 Quadratkilometer Marschgebiete liegen weniger als fünf Meter über dem Meeresspiegel und könnten ohne den Schutz der Deiche überflutet werden. Im Dezember 2013 hatte das Orkantief „Xaver“ um den Nikolaustag herum eine Kette von vier Sturmfluten ausgelöst. Sie zählten zu den schwersten der vergangenen 100 Jahre. Als Folge kam es auf den Inseln zu schweren Dünenabbrüchen. Die meisten Schäden sind inzwischen repariert.
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