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Sylter Abiturienten : Erst das Abi - und dann?

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Studium, Ausbildung oder die Couch: Was Sylter Abiturienten vier Monate nach ihrem Abschluss machen

von
erstellt am 05.Okt.2013 | 00:35 Uhr

Das Abitur in der Tasche, und dann? Vor dieser Frage standen im Juni 48 Abiturienten des Gymnasiums auf Sylt. Vier ehemalige Schüler berichten jetzt in der Sylter Rundschau darüber, welche Wege sie vier Monaten noch der Zeugnisübergabe eingeschlagen haben. Schnell wird dabei klar: Die Meisten haben der Insel den Rücken gekehrt.

Zu diesen Abi-Flüchtlingen gehört auch Marikka Borgmann. Die Sylterin trennen von der Insel bereits tausende Kilometer. Sie verbringt als Au-Pair ein Auslandsjahr in der australischen Metropole Brisbane. „Mir war relativ schnell klar, dass ich nicht wie die meisten aus unserem Jahrgang gleich nach der Schule studieren möchte, sondern lieber reisen und etwas von der Welt sehen will.“ Während Marikka Borgmann als „Nanny“ bei einer australischen Familie arbeitet, bleibt der Sylterin noch genug Zeit, um herumzureisen und Erfahrungen zu machen. Bevor die 19-Jährige nach ihrem Jahr im Ausland vorläufig wieder auf Sylt landen möchte, plant die Abiturientin noch eine mehrmonatige Reise nach Thailand und Vietnam. Ihre Entscheidung, den Alltag im Hörsaal noch etwas hinauszuschieben, hat sie bis heute nicht bereut: „Meine Zeit hier in Australien hat mich schon jetzt verändert. Man wird viel weltoffener, selbstbewusster und unabhängiger, wenn man erstmal den Schritt gewagt hat, die Reise ans andere Ende der Welt anzutreten.“

Über 16 000 Kilometer von Brisbane entfernt, in der traditionsreichen Universitätsstadt Heidelberg, sitzt derweil Thorge Reiber genau da, wo seine ehemalige Mitschülerin Marikka noch nicht hin will – vor dicken Lehrbüchern. Der 20-Jährige studiert Chemie an der Ruprecht-Karls-Universität, wohnt in Mannheim und pendelt täglich zum Studium in die Stadt am Neckar. Direkt nach seinem Abitur plante Reiber seinen Weg zielstrebig und ging für ein dreimonatiges Praktikum zum Chemie-Konzern BASF. „Einen Einblick in diesen riesigen Verbund zu bekommen war sehr spannend und hat mich in der Wahl meines Studienfachs bestärkt.“ Sechs Semester wird es dauern, bis der Student seinen Bachelor in der Tasche hat – momentan bewirbt sich Reiber zusätzlich noch für ein Stipendium.

Wenn der Chemiestudent Bedürfnis hat, über die Sylter Schulzeit zu reden, dann hat er das Glück, in direkter Nachbarschaft einen Schulfreund zu finden: Jens Carstens studiert in Mannheim Politikwissenschaften. „Die Ausrichtung ist empirisch-analytisch gehalten – das liegt mir“, berichtet der Sylter. Auch an das Leben im Studentenwohnheim hat sich Carstens schnell gewöhnt. „Es ist erstaunlich anonym, aber mal alleine zu wohnen macht Spaß.“ Aber auch ihn zieht es noch weiter: Bereits jetzt plant er ein Auslandssemester. „Denkbar wären da Oslo oder Japan.“ Wieder einen anderen Weg hat Finja Schweitzer gewählt: Die 19-Jährige hat sich erst einmal für ein Freiwilliges soziales Jahr (FSJ) entschieden. Und weil sich die Sylterin als heimatverbunden beschreibt, leistet sie ihren Dienst in der Kita der Alten Realschule. Im Anschluss soll es zum Sozialpädagogik-Studium aufs Festland gehen – aber bitte nicht zu weit weg: „Direkt zu studieren halte ich für zu früh. Erstmal will ich mir einen Einblick verschaffen und danach in Norddeutschland eine Uni für mich finden.“

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


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