Erinnerungen an goldene Fußballer-Tage

Hier sind Jens (Ludden) Hoeg (links in hell) und Peter (Pommi) Petersen (rechts in hell) beim Kicken auf dem Bastianplatz zu sehen.
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Hier sind Jens (Ludden) Hoeg (links in hell) und Peter (Pommi) Petersen (rechts in hell) beim Kicken auf dem Bastianplatz zu sehen.

Die erste Mannschaft des TSV Westerland spielte in den 1960er-Jahren Fußball / Noch heute treffen sie sich regelmäßig und erinnern sich an Spiele, unter anderen an ein verlorenes DFB-Pokalspiel

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12. März 2014, 16:06 Uhr

Es ist schon über 50 Jahre her, dass die erste Herrenmannschaft des TSV Westerland auf dem Bastianplatz Fußball gespielt hat. Die ehemaligen Fußballer trafen sich ein letztes Mal auf dem Bastiansportplatz, um ein Erinnerungsfoto zu machen – noch bevor das Areal bebaut wird und der Bunker unter der Erde entfernt wird. „Im Bunker haben wir uns damals noch umgezogen“, erinnert sich Walter Meyerhoff. Auch der rote Hartplatz ist den meisten in Erinnerung geblieben. Fiel man auf die Knie oder Hände, bohrten sich die kleinen Steine in die Haut. Doch solche kleinen Kratzer hielt die Mannschaft nicht davon ab, auf dem Platz alles zu geben. Auch weil die Zuschauer sehr dicht am Geschehen waren und nicht davor zurück schreckten, den Spielern zuzurufen. Schulterklopfer oder strenge Blicke nach dem Spiel waren da schon vorprogrammiert.

Auf dem ehemaligen Sportplatz, der „mit unserem Schweiß durchtränkt ist“, wie einer der Herren behauptet, kommen die Erinnerungen ganz automatisch hoch. Die Elf spielte sogar im DFB-Pokal mit – bis zum 12. Dezember 1970. An diesem Tag spielte die erste Mannschaft des TSV Westerland in Leck gegen keinen Geringeren als den Bundesligisten Borussia Dortmund. Die Partie endete 0:4 und somit ging ein erfolgreiches Jahrzehnt für die Mannschaft zu Ende. Rund 3 000 Zuschauer unterstützten ihre Mannschaft damals auf dem Festland.

Doch auch zu den Heimspielen ließen die Westerländer es sich nicht nehmen, ihre Mannschaft anzufeuern. Bis zu 1 000 Zuschauer seien zu den Fußballspielen am Bastiansportplatz gekommen. Wenn ihnen die Leistung ihrer Mannschaft gefallen hat, haben sie den Spielern auch mal ein paar Mark zugesteckt. „Das Geld wurde dann natürlich brüderlich geteilt“, versichern die ehemaligen Fußballer.

Als das Sylt-Stadion im Süden Westerlands gebaut wurde, war die Zeit für die Elf an der Bastianstraße zu Ende. Am 8. August 1972 wurde das Stadion eingeweiht und die Erste Herren von TSV Westerland traf auf Werder Bremen (Endstand 2:2). Trotz Unentschieden ein großer Triumph für die Sylter, denn die Bremer seien von Anfang an davon ausgegangen, einen Sieg einzufahren. Doch das konnte die Sylter Elf verhindern und schickte die Bremer mit nur einem Punkt nach Hause.

Die Reihe der Anekdoten ist lang. Wenn Hottel Laskowski, Ludden Hoeg, Pommi Petersen und ihre ehemaligen Teamkollegen erzählen, sind noch heute Emotionen in der Luft. Wohl auch deshalb treffen sich die Männer regelmäßig in Bells Bierstube in Westerland. Wenn auch nicht mehr Fußball gespielt wird, kann genügend darüber geredet werden.

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