"Er hätte es so gewollt"

Musik war sein Leben: Tamás Benedek (Mitte) in der Musikmuschel.
Musik war sein Leben: Tamás Benedek (Mitte) in der Musikmuschel.

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21. Juli 2009, 12:46 Uhr

Sylt | Der Schock stand ihnen noch kollektiv in die Gesichter geschrieben: Doch zwei Tage nach dem Tod ihres Dirigenten Prof. Dr. Tamás Benedek (wir berichteten) hatten die Mitglieder des Klassikorchesters "Camerata Budapest" gestern schon wieder ihre Instrumente in der Hand und gaben um halb vier ein Konzert im Congress Centrum.

"Für uns war sofort klar, dass wir mit unserem Programm auf Sylt bis Ende August weitermachen", erzählt Pianist Zoltán Kontra. "Unser Dirigent hätte das so gewollt." Er selbst kenne Benedek schon seit über 20 Jahren, trat mit ihm bereits zwischen 1982 und 1987 auf der Insel Borkum auf und ist zum sechsten Mal auf Sylt dabei. An den musikalischen Darbietungen werde sich nichts ändern, verspricht er. Der 1. Geiger Zsolt Czutor wird Benedek ersetzen und die Camerata Budapest im Stil eines Kammerorchesters führen.

Nicht nur die Mitglieder seines Ensembles, sondern auch der Sylt Tourismus-Service (STS) betrauert den Tod des namhaften ungarischen Musikers, der das Sylter Publikum seit 1997 bei der "Musik am Meer" mit den schönsten klassischen Melodien verwöhnte. "Dieser ebenso engagierte wie zuverlässige Mann, der im Übrigen auch die Arien am Meer mit initiiert hatte, ist kaum zu ersetzen", sagte Jörg Elias, STS-Veranstaltungsleiter.

Dirigent Tamás Benedek, der unter anderem mit dem Ehrendoktortitel der Musikakademie in Sevilla gewürdigt wurde, war am Sonnabend von Mitgliedern seines Orchesters in seinem Appartement tot aufgefunden worden. Dass sie nun trotzdem weiterspielen können, erzählt Kontra, sei für die Musiker wie eine Art Therapie.

.31.8. täglich außer freitags in der Westerländer Musikmuschel wechselweise um 11, 15.30 und 19.30 Uhr. Die Arien am Meer finden am 5.8. statt.

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