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Autozug nach Sylt : Entscheidung zu Syltshuttle: RDC will weitere Trassen

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Bei den langfristigen Verträgen für Autozugfahrten nach Sylt hat die Deutsche Bahn als bisheriger Betreiber das Nachsehen gehabt. Und Konkurrent RDC Deutschland will mehr.

shz.de von
erstellt am 26.Mär.2015 | 16:38 Uhr

Das Kölner Unternehmen RDC Deutschland (RDC D), das den Zuschlag für elf Autozug-Fahrten pro Tag nach Sylt bekommen hat, will nun noch weitere Fahrten übernehmen. „Im Moment steht es 11:0 für uns“, sagte Hans Leister, bei RDC für den Personenverkehr in Europa zuständig, am Donnerstag. „Aber wir brauchen noch mehr Trassen.“ Diese werden, sofern es zu viele Anmeldungen gibt, nach dem Höchstpreisverfahren vergeben. Der bisherige Betreiber des Autozugs nach Sylt, die Deutsche Bahn, war bei den Rahmenverträgen mit der DB Netz AG, die für fünf Jahre Trassen vergibt, gegenüber RDC unterlegen, hat aber noch Chancen auf kurzfristige Anmeldungen. Die Bundesnetzagentur hat die Verträge genehmigt.

Auf lange Sicht will das Unternehmen, Tochter eines US-Konzerns, mit eigenen Waggons fahren. Um bereits im Dezember Fahrzeuge auf dem Hindenburgdamm zwischen Niebüll und Westerland fahren lassen zu können, seien Vorkehrungen getroffen worden. Ein mögliches Ausleihen von Fahrzeugen zu Beginn der Beförderung sei „nicht absonderlich, sondern der Normalfall“. Auf die Sylter sollen Leister zufolge keine höheren Kosten zukommen.

Zeitweilig war die Frage diskutiert worden, ob ein sogenannter Insulanertarif, also günstigere Beförderungsbedingungen für die Sylter, rechtlich haltbar ist. Es sehe so aus, als sei ein solcher Tarif europarechtskonform, sagte Leister. Anderenfalls hätte das Unternehmen spezielle Tickets für den Reisestart auf der Insel angeboten, die einen ähnlichen Effekt gehabt hätten, so Leister. Bis Mitte April müssten nun Anträge zum Jahresfahrplan gestellt werden, dann beginne die Koordination.

Die Entscheidung für RDC „hat uns schon überrascht“, sagte die Sylter Bürgermeisterin Petra Reiber (parteilos). Wenn künftig möglicherweise zwei Autozüge auf dem Damm verkehrten, fürchte man um die Tarifeinheit. „Wir sehen uns da schon großen Veränderungen ausgesetzt“, erklärte Reiber. „Wir bedauern, dass wir kein Mitspracherecht als Kommune haben.“ Eine Änderung bei der Taktung könne etwa Urlauber verärgern. Zudem fürchte die Insel um das sogenannte Syltschützer-Ticket, mit dem der Sylt-Shuttle bislang Spenden an die Stiftung Küstenschutz abführt.

„Wir vertrauen darauf, dass es eine vernünftige Regelung gibt“, sagte die Sprecherin der IHK Flensburg, Petra Vogt. Wichtig sei, dass der Autozug nach Sylt funktioniere. Er habe für den Tourismus große Bedeutung: „Es ist wichtig, dass es nicht zu Engpässen kommt.“

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