Sylter Flughafen : Enteisungspanne: 250 Flugpassagiere betroffen

Eine nicht rechtzeitig enteiste Landebahn auf dem Sylter Flughafen hat rund 250 Lufthansa-Passagieren stundenlange Verspätungen beschert.

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31. Oktober 2012, 03:27 Uhr

Sylt | Angefangen hat es mit dem Lufthansa-Flug 222 von Frankfurt nach Sylt, der am Sonnabend planmäßig um 7.55 Uhr auf der Insel landen sollte. Beim Anflug erfuhr der Pilot, dass die Landebahn noch nicht enteist sei, die Maschine erst in 50 Minuten landen könne. Nach zweistündigem Rundflug über den Inseln und Halligen und weiteren erfolglosen Nachfragen, drehte die Maschine nach Hamburg ab, um dort zu landen. Der Pilot war in Sorge wegen der einzuhaltenden Dienstzeiten der Crew.
An Bord kursierten Gerüchte, der Tower sei nicht besetzt oder die Landebahn trotz Enteisung nicht nutzbar. "Dass es während der ganzen Zeit nicht zu Panik unter den Fluggästen kam, ist nur der Besonnenheit der Crew zu verdanken", kritisierte Passagier Claus-Dieter Meinzer die Informationspolitik der Fluggesellschaft. Deren Sprecher Wolfgang Weber verwies auf den Sylter Flughafen: "Unsere Einsatzzentrale war schon sehr verblüfft, dass der Tower nicht auf einen regulären Linienflug vorbereitet war." Diesen Vorwurf wies Flughafen-Chef Peter Douven gestern zurück: "Der Tower war besetzt und vorbereitet, aber als morgens die Bahn enteist werden sollte, gab es einen Defekt an dem speziellen Sprühgerät. Das wurde noch am selben Tag repariert, aber leider zu spät für den Lufthansa-Flug, der als einziger davon betroffen war."
Während sich die 20 Passagiere des Fluges per Bahn auf den Weg nach Sylt machten, warteten auf der Insel 95 Fluggäste vergeblich auf den Rückflug nach Frankfurt. Während ein Teil stattdessen nach München flog, mussten andere den Zug nehmen. Inklusive weiterer Anschlussflüge waren etwa 250 Menschen von der Enteisungspanne betroffen. "Das ist richtig schief gelaufen und hat viel Geld gekostet", sagte Weber und kündigte Gespräche an, "um so etwas in Zukunft zu vermeiden."

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