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Standpunkt : Endzeit-Szenario im Sylter Ökopark

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Unser Redakteur Pierre Boom kommentiert das Dilemma auf dem Sylter Fliegerhorst

Die aktuelle Situation auf dem Fliegerhorst verdeutlicht ein leidvoll bekanntes Problem: Zu viele (uneinige) Köche verderben den Brei, zu viele Baustellen auf einmal kann niemand bewältigen. Die Renaturierung des ehemaligen Militärgeländes ist ein begrüßenswerter Plan, der Abriss aller (!) Gebäude dort ein mehrheitlicher Beschluss der gewählten Volksvertreter.

Doch nun wird offenbar, dass ein Projekt das andere ausbremst, ja sogar konterkariert – und von solchen Projekten haben wir gleich drei verschiedene.

Erstens das Bürgerbegehren zum Erhalt der Halle 28 und zur weiteren Nutzung für den Katastrophenschutz: Mit großer Sicherheit wird dem die Mehrheit der Politik nicht zustimmen, also müssen die Bürger entscheiden – Ausgang offen ...

Zweitens den Antrag von SWG, SPD, Bündnis 90/Grüne und SSW, dort ein Sondergebiet Gemeinbedarf zu schaffen – Absicht unklar, Ausgang offen ...

Drittens die Einwände des Kreises, dass die Hallen wegen Denkmalschutz zwar nicht abgerissen, aber künftig auch für nichts genutzt werden dürfen – Dilemma vorprogrammiert ...

Wenn die streitlustigen Inselköche sich also gegenseitig weiter in den Brei spucken, werden die ehemaligen Militärgebäuden in einem gedeihenden Ökopark zusehens verrotten. Es droht ein Endzeit-Szenario, das man aus Science-Fiction-Dokus kennt: Die Natur übernimmt die Hinterlassenschaften der Menschen. Außen werden die Hallen durch allerlei Pflanzen immer mehr zuwachsen, innen Fledermäuse, Kröten oder Ringelnattern ihr neues Zuhause einrichten. Willkommen im Ökotopia Sylt des 21. Jahrhunderts!

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erstellt am 07.Apr.2016 | 05:30 Uhr

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