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Thermenruine auf Sylt : Endlich Abriss: So verwandelt sich das Thermengelände in Keitum

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Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Bei einem Ortstermin machten sich Anwohner ein Bild vom Abriss-Fortschritt der Bauruine. Die Lärmbelästigung spaltet Einheimische und Urlauber.

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erstellt am 21.Jul.2017 | 05:58 Uhr

Aktuelle Luftbilder und ein Drohnen-Video vom Abriss der Thermenruine lassen bereits die künftige Gestaltung des zur Renaturierung vorgesehenen Areals erkennen. Von den ehemals zahlreichen oberirdischen Bauten sind nur noch die beiden Wasserbecken vorhanden. 

Zehn Jahre sorgte die Bauruine für Ärger auf der Insel. Die Keitum-Therme wurde einst als Wellness-Tempel geplant, ist aber ein weiteres Beispiel für gescheiterte öffentlich-private Partnerschaftsprojekte geworden.

Im Bereich zur Appartement-Anlage „Alte Mühle" wurde damit begonnen, die Böschungen anzuschütten und erste Modellierungen des Geländes vorzunehmen. Doch bis endgültig alle Überreste des ehemaligen „Schandmals der Insel“ beseitigt sind und in bester Wattlage wieder eine grüne Wiese entsteht, wird es noch die gesamte Sommersaison dauern, voraussichtlich bis Mitte September. Denn die Tücken und damit die zeitaufwändigen Arbeiten lauern im Untergrund: „Aktuell sind wir dabei, die Tiefkeller zur Straßenseite hin freizulegen und abzureißen“, erläuterte Bauleiter Michael Ehrig vom Unternehmen Ehlert & Söhne beim gestrigen Ortstermin, zu dem das Kommunale Liegenschafts-Management (KLM) der Gemeinde Sylt als Auftraggeber des Abrisses eingeladen hatte.

Trotz strömenden Regens waren einige Ortsbeiratsmitglieder sowie Anwohner der umliegenden Gebäude gekommen, um sich ganz nah ein eigenes Bild zu verschaffen und Fragen zu stellen. Ehrig wies auf die extrem soliden Fundamente und die starke Armierung des Betons hin, die selbst ihn als Fachmann immer wieder aufs Neue überrasche. „Deshalb müssen wir mit hydraulischen Hämmern und Meißeln arbeiten, die leider auch einigen Krach verursachen.“ Eben diese unvermeidbaren Lärmbelästigungen spalteten auch die Besucher des Ortstermins. Während einheimische Anlieger unisono sagten: „Wir kommen damit klar. Schließlich wollen wir ja, dass der Schandfleck endlich wegkommt“, regte sich ein Urlaubsgast auf, dass vor allem der morgendliche Lärm „einfach unerträglich“ wäre.

 

Probleme bereiten auch mögliche Erschütterungen durch den Abriss. Zwar habe bisher keiner der installierten Sensoren Alarm ausgelöst, berichtet KLM-Projektleiter Rüdiger Krtschek, aber sicherheitshalber würden die hohen Betonwände an der Straßenseite in jeweils 1,50 Meter Länge nur abgestemmt und zum Brechen dann an die Wattseite transportiert.

Dort wird ab Montag wieder die Prallmühle in Betrieb genommen, die den vom Stahl befreiten Beton zerschreddert. „Bisher sind das schon 6000 Tonnen, die komplett zum Auffüllen der Baugruben sowie zur Modellierung verwendet werden“, so Bauleiter Ehrig. Hinzu kommen zirka 350 Tonnen Stahl, die auf dem Festland recycelt werden, sowie 1000 Meter Plastikrohre. Angeliefert wurden andererseits bereits 1500 Kubikmeter so genannter Füllboden, der laut Vorgaben der Naturschutzbehörde ausschließlich von Sylt stammen darf und genau auf seine ökologische Beschaffenheit getestet wird.

Red. Anmerkung: Herzlichen Dank für das eindrucksvolle Drohnen-Video an die IGB Ingenieurgesellschaft mbH aus Hamburg.

 

 

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