Wenningstedt : Endgültiges Aus für Sylter Kult-Restaurant „Wonnemeyer“

Seit 20 Jahren steht das Restaurant „Wonnemeyer“ auf Pfählen am Wenningstedter Strand, nun muss es abgerissen werden.
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Seit 20 Jahren steht das Restaurant „Wonnemeyer“ auf Pfählen am Wenningstedter Strand, nun muss es abgerissen werden.

Ein letzter Vermittlungsversuch des Vereins Sylter Unternehmer ist am Montag gescheitert. Das Strandrestaurant wird voraussichtlich noch diese Woche abgerissen.

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09. Januar 2018, 14:36 Uhr

Keine Chancen mehr für den Erhalt des Sylter Strandrestaurants „Wonnemeyer“: Auch der letzte Vermittlungsversuch ist aktuell gescheitert – dies teilt Karl Max Hellner, der Vorsitzende des Vereins Sylter Unternehmer (SU), in einer Presseinformation mit. „In den vergangenen Tagen habe ich mich als Vorsitzender des Vereins Sylter Unternehmer außerhalb der öffentlich ausgetragenen Auseinandersetzung um eine konstruktive Lösung für das Strandrestaurant Wonnemeyer und einen Interessenausgleich zwischen Rüdiger Meyer und der Tourismus Service Wenningstedt-Braderup GmbH (TSWB) bemüht“, erklärt Hellner.

Der „Fall Wonnemeyer“ sorgte weit über Sylt hinaus für Schlagzeilen und für große Aufregung vor allem in den sozialen Netzwerken. Nicht nur Insulaner, auch viele Urlauber sind über das Ende enttäuscht.

Hellner liege ein Vorschlag von Familie Wonneberger/Meyer vor, der einen vollständigen Rückzug von Rüdiger Meyer aus Betrieb und Unternehmen des Strandrestaurants vorsähe. Demnach hätte seine Tochter Carla Wonneberger für die Saison 2018 mit einer neuen Gesellschaft eine Übergangslösung auf der Basis des intakten Restaurants angeboten. Carla Wonneberger würde dann auch jegliche Abrissverpflichtung am Ende der Saison 2018, die Rüdiger Meyer jetzt sofort zu erfüllen hätte, übernehmen. Finanzielle Garantien hierfür würden dem Tourismus-Service zur Verfügung gestellt und das Eigentum der nördlichen Plattform von Rüdiger Meyer sofort gegen Zahlung der 2014 vereinbarten Abstandszahlung an den TSWB übertragen.

Die „Wonnemeyer“-Familie: Rüdiger Meyer, Tochter Carla und Ehefrau Britta Wonneberger, Mops „Nero“ sowie künftiger Schwiegersohn Boris Sirotyuk
Foto: Pierre Boom
Die „Wonnemeyer“-Familie: Rüdiger Meyer, Tochter Carla und Ehefrau Britta Wonneberger, Mops „Nero“ sowie künftiger Schwiegersohn Boris Sirotyuk
 

„Eine faire und transparente Ausschreibung für die Strandversorgung ab 2019 hätte mit der von mir an den Tourismus-Service herangetragenen Lösung stattfinden können“, betont Karl Max Hellner. „Leider muss ich bekanntgeben, dass dieser Vorschlag am Dienstag von Herrn Sieverts [Tourismusdirektor von Wenningstedt, die Red.] mit Hinweis auf eine inzwischen erfolgte Meinungsbildung des Aufsichtsrates der TSWB abgelehnt wurde.“

Der SU-Vorsitzende bedaure dies sehr, wäre doch der Vorschlag der Familie Wonneberger/Meyer aus seiner Sicht dazu geeignet gewesen, die Auseinandersetzung zu befrieden, und vor allem eine Strandversorgerlösung für die Saison 2018 anbieten zu können. Aber Hellner betont ebenso, er könne nachvollziehen, dass sich der TSWB nach diesen ganzen Querelen so entschieden hätte.

„Meines Erachtens gibt es nach dieser endgültigen Entscheidung nur Verlierer: Die Gemeinde Wenningstedt, die sich dem Unverständnis vieler Gäste und Insulaner gegenüber sieht und ein Strandrestaurant verliert, das weit über die Grenzen der Gemeinde bekannt war“, so Hellner weiter. „Die Familie Wonneberger/Meyer, die nach 20 Jahren ihre Existenz verliert. Die Urlauber und Insulaner, die das Wonnemeyer schätzen und lieben gelernt haben. Die Insel Sylt, die so eine öffentliche Auseinandersetzung überhaupt nicht braucht.“ Abschließend erklärt der Vorsitzende des Vereins Sylter Unternehmer: „Die Diskussion über das Für und Wider dieser Entscheidung wird uns wohl noch länger beschäftigen. Das schadet der gesamten Insel Sylt.“

Seitens der Betreiber von „Wonnemeyer“ gibt es bislang lediglich folgende kurze Stellungnahme von Carla Wonneberger: „Seit 2015 leite ich mit meinem Partner Boris den Betrieb des Strandrestaurants. Wir sind nach unserer hotelfachlichen Ausbildung auf meine Heimatinsel zurückgekommen, um die Geschichte von Wonnemeyer fortzuschreiben. Das jähe Ende des Strandrestaurants trifft Boris und mich daher sehr. Ich hatte gehofft, mit unserem Vorschlag, den Herr Hellner zunächst hinterfragt und dann an Herrn Sieverts übermittelt hat, den Konflikt auflösen zu können.“

Wenningstedts Tourismusdirektor Henning Sieverts erklärte auf Anfrage: „Der Vermittlungsversuch ist gescheitert. Dem ist nichts hinzuzufügen. Die inhaltlichen Standpunkte sind bekannt und hinreichend erläutert worden.“

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