zur Navigation springen

Bootcamp im Hotel Budersand : Eltern lernen den Arbeitsalltag ihrer Kinder kennen

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Damit Eltern besser verstehen, was ihre Kinder in ihrer Ausbildung lernen und können müssen, wurden sie zu Hotellerie-Wettkämpfen ins Hotel Budersand eingeladen.

shz.de von
erstellt am 29.Feb.2016 | 00:00 Uhr

Laufschuhe schnüren und los geht’s: In Sportklamotten und mit Militär-Erkennungsmarke um den Hals fiel für 18 Teilnehmer am vergangenen Sonnabend der Startschuss zum ersten Budersand Bootcamp. Wer jetzt an schreiende Drill-Sergeants und mit Tarnfarbe beschmierte Rekruten die durch Sylts südlichste Gemeinde gescheucht werden denkt, liegt nicht ganz richtig. Denn bei der Veranstaltung handelt es sich vielmehr um einen Hotellerie-Crashkurs. Als erster Betrieb der Insel hat das Hotel Budersand die Eltern seiner zehn Azubis zu einem Schnupperwochenende eingeladen, um den Arbeitsalltag ihrer Kinder kennen zu lernen und hinter die Kulissen zu blicken. „Ehrlich gesagt war das nicht meine Idee, sondern die meiner Personalabteilung“, gesteht Rolf E. Brönnimann, Direktor der Hotel Budersand. „Aber ich finde es eine tolle Sache und hoffe, dass das erste Budersand Bootcamp für alle ein einzigartiges Erlebnis wird“, fügt er freudig hinzu.

Aktuell absolvieren drei Jugendliche ihre Ausbildung zum Koch in Sylts südlichstem Hotel. Sieben weitere machen ihre Hotelfach-Lehre. Darunter auch Sophia Schaller. Die 19-Jährige ist im zweiten Ausbildungsjahr und hat das Bootcamp Wochenende mit ihrem Kollegen Sören Hänche zu einem großen Teil eigenverantwortlich organisiert. „Es war wahnsinnig viel Arbeit alles vorzubereiten, aber es ist auch eine große Chance für uns. Ich habe gelernt was es heißt, ein Event zu planen und freue mich meinen Eltern und allen anderen Teilnehmern unseren Beruf näher zu bringen“, erzählt Sophia stolz.

Und so stehen ihre Mama Ursula und Papa Wolfgang Schaller mit 16 weiteren Teilnehmern am vergangenen Sonnabend Morgen um Punkt 8 Uhr in Sportkleidung in der Lobby des Hotels. Frühsport steht auf dem Programm und die Familien laufen, dehnen und sprinten eine Stunde lang mit Blick auf den Hafen durch Hörnum. „Es ist toll, dass das alles extra für uns organisiert wird und wir die Chance bekommen, hinter die Kulissen des Hotelalltags zu schauen. Wir sind gespannt was uns noch erwartet“, sagen Sophias Eltern.

Nach einer Führung durch das Hotel, geht es für die Besucher ans Eingemachte. In einer Bootcamp-Rallye müssen sie sich den Herausforderungen der Hotelbranche stellen. Insgesamt acht Stationen haben die Azubis vorbereitet, die die Punkte Service, Rezeption, Küche und Housekeeping umfassen. Während Hotelfach-Azubi Sören Hänche seiner ersten Gruppe zeigt wie man einen Cocktail mixt, kommen seine Eltern im Restaurant ins Schwitzen. Beim sogenannten „Gastro-Memory“ sollen sie Karten aufdecken und die darauf stehenden Aufgaben schnellstmöglich erledigen. Tisch eindecken, Bestellung aufnehmen, Frühstücksbuffet auffüllen und das alles am Besten gleichzeitig. „Man will eigentlich nur eine Bestellung erledigen, soll parallel aber ständig noch andere Dinge machen und muss aufpassen, nichts zu vergessen. Ganz schön stressig“ meint Henrik Hänche. Damit aber nicht genug: An der Rezeption sollen er und seine Frau imaginäre Gäste einchecken und als Housekeeping Fehler in einem Zimmer finden.

Sophia Schallers Eltern versuchen sich derweil auf dem Golfplatz des Hotels. Als Nichtgolfer dürfen sie hier Abschläge üben und auf dem Putting Green einlochen. Geschafft! Der Ball ist drin und damit auch die letzte Station geschafft. „Es war ein tolles Wochenende“, resümiert Wolfgang Schaller, „wir haben einen Einblick in alle Bereiche der Hotellerie bekommen und ich denke alle Teilnehmer hatten Spaß.“

Am Abend dürfen die Teilnehmer des ersten Budersand Bootcamps dann wieder in ihre Rolle als Gast schlüpfen und das Wochenende mit ihren Kindern beim Dinner im Hotel ausklingen lassen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert