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Lokale Sylter Wirtschaft : Einlagern im "verlängerten Wohnzimmer"

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Von Waschmaschinen über Oldtimer bis hin zu Akten-Archiven kann fast alles in den Boxen der Firma Secur eingelagert werden. Geschäftsführer Wolfgang Willam öffnete die Tür zu seinem Reich.

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erstellt am 29.Aug.2008 | 09:03 Uhr

Sylt-Ost | Wer die "Keitumer Chaussee" für die Verbindungsstraße zwischen Westerland und dem Friesenörtchen hält, und denkt, dass "Hörnum" das südlichste Dorf auf Sylt ist, irrt sich gewaltig. Auch "Morsum", "List", "Rantum" und die anderen Insel orte kennzeichnet stattdessen vor allem eines: Dunkelblauer Fußboden, helle Wände mit Insel-Impressionen, auffällig orange Türen und Rolltore, alle mit Nummern versehen, und der leise Klang von Musik im Hintergrund - zumindest, wenn man durch die Gänge im orange-blauen Gebäude der Firma Secur geht.
Gesichert duch achtstelligen Code

Hier, im Gewerbegebiet Tinnum kann man alles einlagern, was im Keller oder auf dem Dachboden keinen Platz mehr findet, das "verlängerte Wohnzimmer sozusagen", meint Geschäftsführer Wolfgang Willam.

"Wir vermieten Einlagerungsboxen zwischen zwei und 22 Quadratmetern Größe, die eine Höhe von 2,70 bis 3,40 Metern haben", erklärt er auf dem Weg zum Gang "Munkmarsch", wo er sein eigenes Kämmerchen hat.

Dieser Raum hinter der orangen Tür ist doppelt gesichert: "Zum einen hat jeder Kunde einen achtstelligen Code, den er beim Betreten des Gebäudes eingibt. Tut er das nicht, etwa weil er mit jemand anderem hereingekommen ist, springt beim Öffnen der Box sofort ein Alarm an." Zum anderen hängt jeder sein eigenes Schloss vor den fensterlosen Lagerraum.
Sogar Oldtimer werden eingelagert

Willams Tür zur Box schwingt auf und gibt den Blick frei auf einen alten, dunklen Schrank, im Regal einsortierte Weinflaschen, Adventskalender und Weihnachtsbaumständer, Messinggeschirr und Wackeldackel. "Viele lagern hier ihre Möbel ein oder auch Kleidung, die für die jeweilige Jahreszeit nicht gebraucht wird. Und im Erdgeschoss ist sogar Platz für Pkws, darunter sind auch Oldtimer."

Gesichert sind die Boxeninhalte nicht nur durch die Schlösser und 24-Stunden-Überwachungskameras, sondern auch durch das spezielle Filtersystem des Gebäudes: Neben einer Mindesttemperatur von zwölf Grad wird die Luft in drei Filterstufen getrocknet und vom Salzgehalt befreit - immerhin zu 99 Prozent. Damit auch Oldtimer, Fahrräder oder Gemälde rostfrei und sicher vor Zersetzung gelagert werden können.
Eine Kundin richtete ihre Box nach Feng Shui aus

Einen besonderen Ortswunsch, etwa seine Box nur in "Kampen" zu mieten, äußerte zwar noch keiner der Sylter Kunden seit Bestehen des Selbstlagers seit Oktober 2006. "Aber eine Kundin musste eine ganz bestimmte Box nutzen, weil sie ihr Hab und Gut nach Feng Shui ausgerichtet hat", erinnert sich Willam.

Mit Verlassen des Gebäudes gibt der Geschäftsführer wieder seinen Code ein: "Ansonsten würde sich das Tor nicht öffnen."

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