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Ausstellung auf Sylt : Einfallstore der sinnlichen Reize

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Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Die Sommer-Ausstellung im kunst:raum sylt quelle zeigt eine interdisziplinäre Rauminstallation mit Gedichten, Zeichnungen und Fotografien.

shz.de von
erstellt am 28.Jun.2017 | 05:02 Uhr

„No species on earth can survive independently“ – ausgehend von dem Gedanken Charles Darwins, dass auf der Erde keine Art nur für sich stehe, entwickelten die Lyrikerin Sabine Scho und der bildende Künstler Andreas Töpfer ihre poetische Intervention „The Origin of Senses“. Ein interdisziplinäres Projekt, bei dem Gedichte und Texte von Sabine Scho in den künstlerischen Dialog treten mit den Zeichnungen von Andreas Töpfer. Ursprünglich für das Museum für Naturkunde in Berlin entwickelt, wird die Intervention für die Ausstellung im kunst: raum sylt quelle um Fotografien aus „Animals in Architecture“ von Matthias Holtmann (Bildender Künstler) und Sabine Scho erweitert und somit zur interdisziplinären Rauminstallation. Hierbei sind einerseits die Gedichte von Sabine Scho zu sehen und zu lesen, aber können andererseits über einen QR-Code im die Ausstellung begleitenden Magazin mit dem eigenen Smartphone in Deutsch und Englisch auch gehört werden. Die Zeichnungen, Fotografien und Texte werden als Banner im Raum platziert.

Mit Darwins Gedanken als Ausgangspunkt spüren die drei Künstler der Frage nach, wie es für unterschiedliche Organismen ist, sich und ihre Umwelt wahrzunehmen und zu erkennen: Erforscht man die Sinne unterschiedlicher Arten, ist es nicht sinnvoll, dabei seinem gesunden Menschenverstand zu folgen. Die Einfallstore der sinnlichen Reize sind so vielfältig und doch oft so ähnlich wie die Arten selbst. Rezeptoren für Licht, Temperatur, Gleichgewicht, Geschmack, Geruch, Geräusche, elektrische Spannung und die Eigenempfindungen wie Lage und Bewegung im Raum, Schmerz und Organtätigkeit mögen von Art zu Art verschieden verteilt und ausgebildet sein, doch lassen immer neue Forschungsergebnisse darauf schließen, dass sie nahezu bei jedem Lebewesen nachgewiesen werden können.

Warum die Ausstellung besuchen, wurden die Künstler bei der Vernissage am Sonntag gefragt. Weil sich hier jeder sein ganz eigenes Bild von der seltsamen Art und Weise machen kann, wie Menschen sich das Behausen von Tieren vorstellen. In über sechzig Fotografien kann man hier durch die Zoos der Welt reisen und sich in die Wahrnehmungswelten der Tiere versetzen lassen. Haben Sie sich schon mal gefragt, wie es ist, ein Hammerhai zu sein und Ihre Beute elektrisch in 12 Kilometer Entfernung aufzuspüren? Stellen Sie sich manchmal vor, Sie hätten statt zwei Augen 14 und die Welt geriete Ihnen zu einem ganz neuen Erfahrungsraum? Ist Ihnen klar, dass unser Geschmackssinn vor allem für Bitterstoffe besonders empfänglich ist? Wussten Sie, dass Wale wie ein Dutzend alter Schreibmaschinen klingen, wenn sie sich unterhalten?


Die Sommer-Ausstellung „The Origin of Senses“ und „Animals in Architecture“ von Sabine Scho, Andreas Töpfer und Matthias Holtmann im kunst:raum sylt quelle im Rundbau an der Rantumer Hafenstraße läuft bis 30. September. Geöffnet ist Dienstag bis Sonntag, von 11 Uhr bis 17 Uhr; der Eintritt ist frei.

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