Kunst auf Sylt : „Einfach ein genialer Künstler“

Armin Sprotte und Liu Yonggang mit drei Skulpturen des chinesischen Künstlers.
Armin Sprotte und Liu Yonggang mit drei Skulpturen des chinesischen Künstlers.

Die Galerie Sprotte stellt Kunstwerke des chinesischen Künstlers Liu Yonggang aus.

Julia Lund von
09. Dezember 2014, 05:32 Uhr

Die beiden Männer haben eine besondere Freundschaft, eine, die sie weit über die Arbeit hinaus verbindet: Armin Sprotte und der chinesische Künstler Liu Yonggang, der zur Zeit einige Skulpturen und Gemälde in der Galerie Sprotte in Kampen ausstellt.

Liu war in den vergangenen Tagen zu Gast auf der Insel: „Sylt gefällt mir sehr gut“, erzählt der langhaarige Künstler, der in den neunziger Jahren vier Jahre in Nürnberg studierte und deshalb Deutsch spricht, „dieser Ort ist ruhig und sauber und die Menschen hier sind sehr freundlich zu mir. Ich fühle mich wie zuhause, kann gut nachdenken und mich hier inspirieren lassen.“

Der Kontakt zwischen Sprotte und Liu besteht seit 2011: Sprotte war mit dem zweiten Kurator des Museum of Modern Art in dem bekannten Künstlerviertel 798 der chinesischen Hauptstadt unterwegs und hatte bereits 80 Galerien besichtigt, als er aus dem Auto heraus eine Skulptur Lius auf dem Bürgersteig stehen sah. Er fragte nach dem Künstler und seitdem verbindet beide eine Arbeitsbeziehung – Sprotte vertritt Liu in Deutschland – aber darüber hinaus auch eine echte Freundschaft. „Eigentlich sind wir erst Freunde und dann Arbeitskollegen geworden“, sagt Armin Sprotte und Liu stimmt ihm zu.

Von der kalligrafischen Malweise des chinesischen Künstlers sind Armin und Cosmea Sprotte begeistert: „Er ist einfach ein genialer Künstler“, sagt Cosmea Sprotte, die Witwe Siegward Sprottes, begeistert, „er spielt kein Theater. Viele Künstler streben immer nur nach Ruhm und werden dadurch eitel, Yonggang dagegen ist einfach echt.“ Und ihr Sohn knüpft an: „Die Künstler, die am dicksten auftragen, wenn man sie das erste Mal trifft, das sind auch meist die Künstler, die es nötig haben.“

Liu ist ein Künstler, der das nicht nötig hat. Er hat in der Kunstwelt bereits einen Namen und beginnt im Mai 2015 eine Ausstellung im Uno-Gebäude in New York: „Vor allem in Amerika, das eine Vorreiterrolle in bestimmten Kunstrichtungen inne hat, findet kalligrafische Kunst einen enormen Anklang“, sagt Armin Sprotte.

In Liu Yonggangs Werk spielt unter anderem das Thema Mann und Frau – Ying und Yang ein großes Thema. „Ying und Yang sind keine Gegensätze, wie viele Europäer glauben“, erklärt Cosmer Sprotte, „ Ying und Yang sind eins und Yonggang gelingt es fantastisch, dies künstlerisch darzustellen, sowohl in seinen Gemälden als auch in seinen Skulpturen.“

Im vergangenen Jahr war Liu auch auf der Insel, besuchte die Sprottes in Kampen. Damals hat ihn der Sturm Xaver nicht von der Insel gelassen und er nutzte die Zeit und malte zwei Gemälde, die heute in der Galerie Sprotte aushängen.

Heute reist Liu Yonggang wieder ab, die Verbindung zwischen den Sprottes und dem Künstler bleibt aber bestehen und ein Wiedersehen in Peking ist bereits geplant.

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