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VereinsSport auf Sylt : Eine TSV-Legende nimmt Abschied

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Letzte Jahreshauptversammlung unter dem Vorsitz von Peter Schnittgard, Hans-Wilhelm Hansen neuer Vorsitzender

Am Donnerstagabend füllte sich das TSV-Vereinsheim mit mehr Gästen als sonst, denn auf der Tagesordnung der 134. Mitgliederversammlung stand unter Punkt acht: Wahlen.

Das wäre nicht weiter spektakulär gewesen, wenn nicht der Vorsitzende Peter Schnittgard nach 33 Jahren im Amt seinen Rückzug angekündigt hätte. Und da man einen Mann wie Schnittgard nicht einfach sang- und klanglos aus dem Amt scheiden lassen kann, gestaltete sich diese letzte Versammlung unter seinem Vorsitz doch etwas anders. Dazu gehörten die Überraschungsgäste, die dem zukünftigen Ruheständler gerne ein paar warme Worte und kleine Präsente mit auf den Weg geben wollten. Den Reigen der Grußworte eröffnete der stellv. Bürgermeister Carsten Kerkamm, der nicht nur die Grüße der Gemeinde Sylt überbrachte, sondern den Mann, den er „schon seit Kindesbeinen an“ kennt, würdigte. „Keiner kann besser Kontakte herstellen, als du, lieber Peter, du bist immer für alle da und nimmst dir Zeit.“ Bewundernswert sei auch, dass Schnittgard immer für alles einen Lösungsvorschlag parat habe, daher konnte sein Geschenk – ein hellblaues Poloshirt– auch nur diesen Aufdruck tragen: „Peter forever No. 1“

Während Kerkamms Rede schneite ein weiterer Überraschungsgast herein: Bundestagsabgeordneter Ingbert Liebing, der quasi als Geschenk aus Berlin verkünden konnte, dass ein neuer Beschluss in Kraft treten wird, der die Verträglichkeit von Wohnen und Sport zugunsten des Sports regeln wird. Er zielte dabei auf Beschwerden von Anwohnern ab, die wegen Lärmbelästigung beim Spielbetrieb seit Jahren klagen und nicht nur dem TSV Westerland das Leben schwer machen. Zu Wort meldete sich auch Michael Pietyra, der als Vorstand der Sylter Bank für das Sponsoring der Vereinswelt sorgt, wozu auch die jährliche Ausschreibung für die „Sterne des Sports” gehört. Zehn solcher Sterne – in Bronze, Silber und Gold – stehen bereits im Geschäftszimmer des TSV Westerland und die persönliche Übergabe der goldenen Sterne durch Kanzlerin Angela Merkel in Berlin gehörte zu den persönlichen Sternstunden von Peter Schnittgard, die er gemeinsam mit Michael Pietyra erleben konnte. Da Schnittgard zu Beginn der Sitzung davon berichtete, dass die Reparatur der beiden Vereinsbusse 9000 Euro gekostet hat, legte Pietyra auf seinen persönlichen Dank für die Zusammenarbeit noch eine 1000-Euro-Spende drauf, die sich im Laufe des Abends noch erhöhen sollte. Auch die Perspektive Sylt-Sport e. V. überreichte in Gestalt des Vorsitzenden Jan-Peter Matthiesen einen 1000-Euro-Scheck, den Andreas Lindacher von der EVS nochmals um 1000 Euro aufstocken konnte.

Nach all den lobenden Worten fand man zurück zu den Tagesordnungspunkten, die schließlich die Wahlen vorsahen. Wiedergewählt wurden Sportwart Gert Rübsam, Seniorenwartin Frauke Greite, Jugendwart Torsten Lickfers und Schatzmeister Sascha van der Haar. Das Amt des Vorsitzenden übernahm Hans-Wilhelm Hansen (64), der seit über 25 Jahren im Kreissportverband tätig ist und sich bereits früher im TSV Westerland engagierte. Mit den Worten: „Eine Legende des TSV Westerland nimmt seinen Abschied. Dir gebührt schlichtweg ganz viel Dank, Respekt, Bewunderung und Anerkennung“, übernahm Hansen sein Amt und versprach, die „vorhandene Qualität zu erhalten.“ Schnittgard selbst blieb nur noch übrig, sich bei all den vielen ehrenamtlichen Helfern für ihr Engagement zu bedanken, seinen Geschäftsführer Stefan Reimers zu loben und zu versichern, dass er immer noch für alle da sei. Dann nahm er seine Ehefrau Gisela in den Arm und dankte ihr dafür, dass sie „als Klementine von Sylt dafür sorgte, dass in 33 Jahren rund 12  600 verdreckte Trikots wieder sauber wurden und sie mir immer den Rücken frei gehalten hat.“ Als letztes kündigte Schnittgard in seiner Funktion als Bürgervorsteher noch an, dass er alles daran setze, dass die Parteien das lang geplante Haus der Jugend auf den Weg bringen: „Dafür werde ich noch sorgen und in Kiel und Berlin die Trommeln schlagen!“

Dieser Abend wird also sicher nicht der letzte gewesen sein, an dem Peter Schnittgard etwas zu sagen hatte. Und dass er im nächsten Jahr als Ehrenvorsitzender des TSV nominiert wird, ist ebenso sicher.

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erstellt am 29.Apr.2017 | 05:30 Uhr

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