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Jugendförderung : Eine Stiftung als Hommage und Dank an die Insel

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Mit einem ungewöhnlichen Weihnachtsgeschenk bedenkt der Westerländer Rechtsanwalt und Notar Rüdiger Eis den Sylter Nachwuchs. Aus der Überzeugung, "dass jeder Mensch Grund hat, für vieles dankbar zu sein", hat er die Stiftung "Sylter Dank" zur Förderung von Kindern und Jugendlichen gegründet.

shz.de von
erstellt am 01.Jan.2009 | 02:41 Uhr

Westerland | Der Mann ist im Beruf erfolgreich, seit 40 Jahren glücklich verheiratet, hat zwei erwachsene Kinder, zwei Enkel und weiß das Leben auf der Insel zu schätzen. Kurzum: Rüdiger Eis ist ein glücklicher Mensch. Und: Er weiß es auch und ist dankbar dafür.
"Viele Gründe, dankbar zu sein"

"Im Alltag vergisst man das manchmal. Gerade im Berufsleben sieht man eher, was alles nicht so gut läuft. Darum habe ich mich darauf besonnen und festgestellt, wie viele Gründe es gibt, dankbar zu sein", erläutert der Jurist seine Beweggründe, mit 100 000 Euro aus seinem Privatvermögen eine Stiftung ins Leben zu rufen und diese "Sylter Dank" zu nennen.

Eine Stiftung, die gewissermaßen eine Hommage an das Leben und an die Insel ist - und an die Kinder, "die es heute nicht mehr so leicht haben, sich zu starken Persönlichkeiten mit Zukunft zu entwickeln". Ausdruck finden diese Gedanken des Stifters in der ungewöhnlichen Präambel der Stiftungssatzung. Darin werden etliche Gründe aufgezählt, warum Menschen Grund haben, dankbar zu sein. Die Liste reicht von den christlichen Tugenden Glaube, Liebe, Hoffnung über die altgriechischen Kardinaltugenden Platos (u.a. Besonnenheit, Wahrheit, Gerechtigkeit) und die chinesischen Glücksgüter des Menschen (langes Leben, Wohlstand, Gesundheit und Frieden) bis Familie, Kunst und Kultur, Natur, Freunde sowie Mitarbeiter, Chefs und Kollegen.
Ein Jahr Zeit

Nicht minder intensiv hat sich Rüdiger Eis mit dem Stiftungszweck auseinander gesetzt. Die Erträge sollen vor allem dazu beitragen, leistungsfähige und -bereite Kinder und Jugendliche in ihrer ganzen Persönlichkeit zu fördern. "Die Vermittlung von Fachwissen allein reicht nicht aus", sagt Eis und nennt Lebenskompetenz, kritisches und kreatives Denken sowie soziale und kommunikative Fähigkeiten, die zu positivem Handeln befähigen, als besonders förderungswürdig. Um dies zu erreichen wird die Stiftung sowohl einzelne Jugendliche fördern wie auch Wettbewerbe ausschreiben oder Fortbildungen für Schüler und Lehrer ermöglichen.

Um die Aktivitäten festzulegen, hat sich Rüdiger Eis drei Personen des öffentlichen Lebens als Aufsichtsrat an seine Seite geholt. Neben Petra Reiber als Vorsitzende des Sylter Schulverbandes sind dies Petra Nies als Sylter Repräsentantin der Deutschen Bank und Vorsitzende der Kunstfreunde sowie der Wenningstedter Arzt Alexander Cegla. Da die Stiftung erstmals Ende 2009 die Kapitalerträge ausschütten kann, hat das Quartett jetzt ein Jahr Zeit, geeignete Projekte zu finden oder selbst zu initiieren.
Eis setzt auf weitere Unterstützung

Dabei wie auch beim Aufstocken des Stiftungskapitals setzt Eis auf weitere Unterstützung. "Ich hoffe, dass sich andere Menschen von der Idee angesprochen fühlen und sich mit Spenden oder Zustiftungen beteiligen", sagt der Jurist, der schon lange eine Stiftung gründen wollte. "Ich glaube, es geht vielen Menschen ähnlich, die nur nicht wissen, wie es geht, oder denen immer irgendetwas dazwischen kommt."

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