Asklepios auf Sylt : Eine Million für die Nordseeklinik

Die Nordseeklinik wurde 1937 als Kurkrankenhaus der Kuftwaffe errichtet. 1945 übernahm die Arbeiterwohlfahrt den Betrieb, nach dem Konkurs 1991 die Asklepios-Gruppe. Mit über 300 Mitarbeitern gilt die Klinik als größter Arbeitgeber der Insel.
Die Nordseeklinik wurde 1937 als Kurkrankenhaus der Kuftwaffe errichtet. 1945 übernahm die Arbeiterwohlfahrt den Betrieb, nach dem Konkurs 1991 die Asklepios-Gruppe. Mit über 300 Mitarbeitern gilt die Klinik als größter Arbeitgeber der Insel.

Landesregierung fördert Modernisierung des Operationsbereichs im Westerländer Krankenhaus.

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30. März 2017, 05:25 Uhr

Die Nordseeklinik Westerland wird vom Land mit einem Baukostenzuschuss über eine Million Euro gefördert. Der Zuschuss ist Teil des 157 Millionen Euro schweren Maßnahmenpakets, mit dem die Kieler Landesregierung bis 2024 den Sanierungsstau in den Kliniken abbauen will (unsere Zeitung berichtete gestern). In Westerland fließt der Zuschuss vor allem in die Modernisierung des OP-Bereichs.

Bereits im November hat die Asklepios-Gruppe angekündigt, an der Norderstraße insgesamt fast zehn Millionen Euro zu investieren. Konkret geplant ist der Neubau eines Klinikgebäudes („Strandhaus“) mit insgesamt 71 Betten für die Rehabilitation mit einem Investitionsvolumen von 8,2 Millionen Euro sowie die Errichtung eines Wohnhauses für Mitarbeiter („Stadthaus“) mit zwölf Wohneinheiten – dafür kalkuliert die Klinikgruppe mit einem Aufwand von 1,66 Millionen Euro.

„Die bauliche Weiterentwicklung des Standortes Sylt ist ein klares Statement von Asklepios für die Zukunftsorientierung der Asklepios Nordseeklinik sowohl in der Akutversorgung der Einwohner und Gäste als auch für den Ausbau und die Festigung des Rehabilitationsstandortes Sylt“, erklärte Asklepios-Chef Dr. Thomas Wolfram im November 2016.

Die Sylter Gemeindevertreter hatten die Asklepios-Pläne in den vergangenen Monaten mehrfach diskutiert. Insbesondere wurde die Sorge laut, dass der Konzern sich von der Krankenhaus-Grundversorgung auf Sylt verabschieden und sich auf den lukrativeren Reha-Bereich konzentrieren könnte. Die Kommunalpolitiker möchten für das Gebiet an der Norderstraße einen Bebauungsplan ausweisen, der der Klinik für die Akut- und Regelversorgung deutliche Erweiterungsmöglichkeiten einräumt, während für die Kurklinik nur moderate Erweiterungen möglich wären. Diskutiert wird auch eine eindeutige räumliche Trennung der beiden Kliniksparten. Nach den Angaben im B-Plan verfügt die Klinik über 114 Betten im Akut- und 290 Betten im Rehabilitationsbereich.

In der vergangenen Woche hieß es in einer Asklepios-Pressemitteilung, die Westerländer Akutklinik fahre seit Jahren Millionenverluste ein – trotz der Sicherstellungszuschläge der Krankenkassen. Die Behandlungs- und Patientenzimmer seien neu oder renoviert, modern ausgestattet und räumlich mehr als ausreichend. Der Reha-Bereich aber sei „gering rentierlich“, hier müsse Asklepios investieren. Ohne Erweiterung sei die Reha-Klinik nicht zukunftsfähig, da die Pflegesätze niedrig und die Kosten auf Sylt hoch sind.

Zur Gruppe der Asklepios-Kliniken gehören 150 Einrichtungen in 14 Bundesländern, darunter 36 Krankenhäusern, 19 Fachkliniken, 13 psychiatrische Kliniken sowie 41 Postakut- und Rehakliniken. In Schleswig-Holstein bewirtschaftet das Unternehmen neben der Nordseeklinik noch die Klinik Am Kurpark in Bad Schwartau und die Klinik Bad Oldesloe.

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