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Thriller auf Sylt : Eine Leiche im Fährhaus-Pool

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Am Mittwoch stellt Werner Sonne seinen neuen Polit-Thriller in Munkmarsch vor – ein Interview mit dem Autor und ehemaligen ARD-Korrespondenten

Als in einem Luxushotel auf Sylt eine weibliche Leiche im Swimmingpool entdeckt wird, sieht alles nach einem Unfall aus. Doch dann übernimmt das Bundeskriminalamt die Ermittlungen, und der Tod der deutschen Unternehmerin erweist sich als Giftanschlag eines Auftragskillers. Um die gefährliche militärische Konfrontation, die darauf folgt, dreht sich alles in „Wer den Sturm sät“, dem Polit-Thriller von Werner Sonne. Nach dem Mord wird auch noch die Leiche eines russischen Kampftauchers an die Küste gespült. Spätestens als die Marine einen verschlüsselten Funkspruch auffängt, beginnt ein politischer Albtraum: Ein russisches U-Boot liegt vor Sylts Küste auf Grund, und keiner weiß, warum.

Wenige Tage nach Erscheinen findet im Fährhaus Sylt eine der ersten Lesungen des neuen Thrillers statt. Autor Werner Sonne arbeitete über 40 Jahre für die ARD. Als Korrespondent berichtete er aus Bonn, Washington und Warschau, begleitete US-Präsidenten, Kanzler und Minister rund um den Globus. Von 2004 bis 2012 leitete er das Hauptstadtstudio des ARD-Morgenmagazins. Werner Sonne hat mehrere Polit-Thriller und Geschichtsromane geschrieben. Im Interview erzählt er, warum er Sylt als Schauplatz gewählt hat und wie nah Fiktionen an der Realität sein können.

Herr Sonne, die meisten Sylturlauber denken bei ihrem Aufenthalt an kulinarische Genüsse oder die einzigartige Natur. Was an Sylt hat Sie ausgerechnet zu einem Polit-Thriller inspiriert?
Die Idee kam beim Joggen bei einem Sylt-Urlaub. Sie hat mich einfach angesprungen – ehrlich. Das passiert mir beim Laufen öfters. Ich bin Langstreckenläufer, das macht den Kopf frei. Und plötzlich ist ein Projekt da. Nach der Rückkehr in Berlin bin ich am nächsten Morgen gegen fünf Uhr aufgestanden, habe das 20-Seiten-Konzept runtergeschrieben, und dann stand die Geschichte. Dass es wieder einmal ein Politthriller wurde, ist nicht so überraschend. Ich habe schon mehrere geschrieben. Die große Weltpolitik habe ich ja viele Jahre als Journalist begleitet.

Wie kamen Sie auf die Idee, die Unternehmerin Schober ausgerechnet im Pool des Fährhauses in Munkmarsch sterben zu lassen?
Gute Freunde von mir steigen dort regelmäßig ab und so habe ich es auch kennengelernt. Der Direktor war so freundlich, uns das Haus zu zeigen. Ins Fährhaus kommen ja viele interessante Gäste, da ist ein solches Szenario mit einer erfolgreichen Unternehmerin nicht unbedingt abwegig. Aber natürlich ist die Geschichte völlig fiktiv. Wie auch die gesamte Story, die an vielen Schauplätzen auf Sylt spielt, der Kreativität des Autors entspringt und keineswegs unterstellt, dass diese Plätze solche finsteren Begebenheiten anziehen oder ihnen gar Vorschub leisten. Zu den fiktiven Helden in meinem Buch gehört übrigens auch ein Redakteur der Sylter Rundschau.

Die Handlung Ihres Buches ist politisch durchaus brisant – sei es in Bezug auf das angespannte Ost-West-Verhältnis oder den Cyberkrieg zwischen den Nationen. Gab es aus politischen Kreisen bereits Reaktionen zu Ihrem Buch?
Am Dienstag wird Kanzleramtsminister Peter Altmaier das Buch in Berlin vorstellen, und danach gibt es eine Diskussion mit Experten aus Politik und Diplomatie zu den Themen, die „Wer den Sturm sät“ behandelt. Auch wenn die Handlung erfunden ist, nähern sich Realität und Fiktion doch stark an. Mancher erinnert sich noch an die sowjetischen U-Boote, die auf spektakuläre Weise in den Gewässern vor Schweden auftauchten. Eines lief dort auf Grund, was zu einer internationalen Krise führte – und der Giftmord an dem russischen Kreml-Kritiker Alexander Litwinenko durch seine ehemaligen Kollegen aus dem russischen Geheimdienst in London zeigt, dass eine solche Tat, wie sie in dem Buch vorkommt, nicht nur der Phantasie des Autors entsprungen ist. Einer der russischen Täter lebte zuvor in Hamburg, bevor er das tödliche Plutonium-Gift nach London brachte.

Sie beschreiben im Nachwort Ihres Buches unter anderem eine Welt, die „ungewiss, so aufgewühlt und bedrohlich ist wie seit Ende des Kalten Krieges nicht mehr“ – warum sollte der Erholung suchende Syltfan Ihren Thriller trotzdem lesen?
Gerade, wenn man glaubt, all das hätten wir doch längst hinter uns gelassen und wir hätten doch damit nichts zu tun, soll dieses Buch auch zum Nachdenken anregen, dass dies leider nicht so ist. Wir leben nicht in einer heilen Welt – auch auf Sylt nicht. Aber keine Sorge: Das Buch ist ein Polit-Thriller, er soll auch spannend unterhalten – versprochen!

Sie haben bereits mehrere Bücher veröffentlicht. Werden wir bald ein weiteres Buch mit Sylt-Bezug lesen können?

Bei einem Autor gehen immer irgendwelche möglichen Projekte im Kopf herum. Aber erst einmal soll „Wer den Sturm sät“ seine Chance beim Leser bekommen, und wenn es ihm gefällt, dann geht der Autor bestimmt mal wieder zum Joggen. Mal sehen, was ihm dabei einfällt ...

Die Lesung findet am Mittwoch, 7. Juni, ab 18 Uhr im Fährhaus Sylt, Bi Heef 1, in Munkmarsch statt. Preis pro Person 20 Euro – für Hausgäste ist die Lesung kostenfrei. Um eine Reservierung telefonisch unter 04651-93970 oder per Mail an info@faehrhaus-sylt.de wird gebeten.

 

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erstellt am 03.Jun.2017 | 05:02 Uhr

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