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Neue Sylter Galerie : Eine Galerie zum Wohlfühlen

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Katharina Marie Herold präsentiert Malerei des späten 19. und 20. Jahrhunderts sowie Keramik und Schmuck

In großen goldfarbenen Lettern heißt in der Keitumer Bahnhofstraße 4 die Dependance der Galerie Herold ihre Besucher willkommen. Betritt man die geschmackvoll möblierten, mit Geschick gestalteten und ausgeleuchteten Räume, verbreitet sich rasch ein Gefühl des Aufgehobenseins, das längst nicht alle Galerien vermitteln. Der Schlüssel dafür mag im Angebot dieser von Katharina Marie Herold, Tochter des Kampener Galeristen-Ehepaares Karin und Rainer Herold, geführten Kunstoase liegen. Sie präsentiert nämlich neben der Malerei des späten 19. sowie des 20. Jahrhunderts zu einem Großteil auch Keramik und Schmuck. Das alles findet sich innerhalb des gediegenen Rahmens zu einer geradezu harmonischen Symbiose. Da breitet sich etwa auf ausladenden Tischflächen neben Delfter Schalen und Behältnissen aus dem späten 18. Jahrhundert auch rustikal wirkende Keramik aus Siebenbürgen (um 1850) aus. Eine Vitrine dagegen zeigt ausgefallene, sehr individuell gestaltete Schmuckstücke, die sich übersichtlich präsentieren. Die 29-jährige Galeristin ist eine solide und fundierte Kennerin der Materie. Insgesamt zehn Jahre lebte und arbeitete (vor allem: studierte) Katharina Herold in London. Nach ihrem Kunstgeschichtsstudium richtete sie neben ihrem Interesse an der Malerei ihr Augenmerk auf das auf den englischen Antik-Märkten zu findende Schmuckangebot. In ihrer eigenen Schmuckfirma gestaltete sie Uhren und Schmuckstücke nicht nur mit handwerklichem Geschick, sondern vor allem auch mit ausgeprägtem Geschmackssinn um.

Den nicht zu übersehenden Rahmen dieser Galerie aber bilden kleinere Skulpturen und vor allem die Bilder. Neben einer Skulptur (Aphrodite, Bronze) des lange nach dem Krieg verfemten, dann jedoch in Düsseldorf erneut zu spätem Ruhm gelangten Arno Breker, finden sich Bilder von Max Liebermann (Schlachterei, St. Georg, Bleistift). Oder Erich Heckels Schlafende (Holzschnitt, 1932). Kann der Kontrast von Verfemten und Protegierten während der NS-Jahre größer sein?

Beim Rundgang finden sich immer neue Entdeckungen, die das Herz und das Auge erfreuen. Etwa die „Sitzende Alte“ von Paula Modersohn-Becker. Oder Vertreter aus der Hamburger Sezession wie Bargheer oder Nölken.

Am kommenden Sonnabend wird Katharina Herold ihre Galerie offiziell eröffnen. Ab sofort aber erwartet sie bereits in der Zeit von 11 bis 18 Uhr (sonntags ab 12 Uhr) ihre Besucher. Der charmanten Galeristin dürfte mit ihrem Angebot der erfolgreiche Start sicher sein. Auch deshalb, weil diese Galerie eine zum Ort passende Bereicherung bildet.

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