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Defibrillatoren auf Sylt : Eine App, die Leben retten kann

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Ein Sylter Arbeitskreis macht sich dafür stark, dass alle Defibrillatoren auf der Insel registriert werden.

shz.de von
erstellt am 02.Mär.2016 | 05:04 Uhr

Drei Frauen wollen dafür sorgen, dass mehr Menschenleben auf Sylt gerettet werden können. In einem Projekt sollen alle Defibrillatoren auf der Insel erfasst werden. Die Geräte – die in Restaurants, Cafés, Banken und Apotheken hängen – können für Patienten bei plötzlichem Herztod lebensentscheidend sein. Die drei Frauen wünschen sich, dass alle Apparate in einer Smartphone-App zusammengefasst werden, damit jeder sehen kann, wo die Lebensretter stehen.

„Bisher weiß eigentlich niemand so genau, wo auf Sylt die Defibrillatoren hängen“, sagt Ingrid Kranz-Kahle, die von Beginn an bei dem Arbeitskreis dabei ist. Das soll sich jetzt aber ändern – denn die Geräte sind besonders für Herzkranke Menschen wichtig. Außerdem wollen sie einen Flyer herausgeben, damit auch Touristen von Beginn an wissen, wo die weiß/grünen Herzen hängen und im Notfall schnell helfen können. Unterstützt wird die Aktion von der Gemeinde Sylt. „Wir alle sollten helfen, so dass es dann heißt Sylt hilft helfen“ lautet der Slogan der inselweiten Kampagne. In der Vergangenheit konnten zum Beispiel Rettungsschwimmer auf der Insel mit den speziellen Apparat Menschen vor dem Tod bewahren.

Damit alle Defibrillatoren auf der Insel registriert werden können, ist die Gruppe auf Unterstützung angewiesen: Sylter Unternehmen und Privathaushalte, die ein Gerät besitzen, sollten sich von Montag, 7.März, bis Freitag, 18. März, telefonisch im Rathaus melden. Dort wird dann erfasst, wo das Gerät steht sowie ob und wie lange es täglich öffentlich erreichbar ist. „So wird außerdem gleich festgestellt, wie die Defibrillatoren auf der Insel verteilt sind – ob zum Beispiel an einem Inselort viele und an einem anderen gar keine hängen“, sagt Mitinitiatorin Rosemarie Maczik. Die drei Frauen – zu denen außerdem Evita-Marlene Brandt gehört – hoffen, dass sich jetzt viele Menschen melden, damit möglichst alle Geräte auf Sylt erfasst werden können. „Ich hoffe, dass es 50 bis 60 werden“, sagt Maczik.

Um die Gestaltung und Programmierung der App will sich die Energieversorgung Sylt (EVS) kümmern. „Das ist eine gute Sache und wir unterstützen das Projekt sehr gerne“, sagt Andreas Lindacher, Marketingleiter des Energieversorgers, „denn wir sind natürlich auch daran interessiert, dass die Defibrillatoren, die gute Dienste leisten und im Notfall, auf Sylt leichter gefunden werden können. Denn jede Minute kann entscheidend sein.“

Bevor das so weit ist und die Anwendung für alle Smartphone-Besitzer nutzbar ist, sollen zunächst – gemeinsam mit der Gemeinde – die Daten eingepflegt und überlegt werden, wo eventuell Defibrillatoren fehlen.

Jedes Jahr sterben in Deutschland über 35  000 Menschen an den Folgen von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Damit stellen sie die häufigste Todesursache dar, heißt es in einer Studie. Ein Defibrillator hätte vielen helfen können. Der sogenannte plötzliche Herztod betrifft zunehmend auch jüngere Menschen und kann überall auftreten: Beim Sport, zu Haus und auch am Arbeitsplatz. Hersteller haben Geräte (sogenannte AEDs) entwickelt, die auch von Laien bedient werden können, sodass geholfen werden kann, bevor der Rettungsdienst den Patienten erreicht. Mit Sprachanweisungen führt das Gerät den Benutzer, und sagt ihm klar und deutlich was er zu tun hat. Schnell zu helfen ist hier wichtig: Denn bricht der Kreislauf zusammen, versagen lebenswichtige Körperfunktionen. Nach rund zehn Minuten ist der Betroffene „kaum noch zu retten“ oder irreversible Hirnschäden die Folge, so die Initiatoren.

Registrierung in der Rathauszentrale: 7.-18. März. Mo.-Fr. 8-12.30 Uhr. Mo.und Do. außerdem 14-17 Uhr. Telefon 04651 851 101/102.

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