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Flüchtlinge auf Sylt : Ein Zeichen des Willkommens

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Einladung zum Essen und Kennenlernen: Das Westerländer Restaurant Beachhouse lud gestern mit viel insularer Unterstützung Flüchtlinge ein.

Sylt | „Willkommen bei Freunden“ steht in schwarzen Großbuchstaben auf den weißen T-Shirts der Beachhouse-Mitarbeiter, die Jan Scharfe für diesen besonderen Tag und für seine außergewöhnliche Aktion bedrucken ließ. Denn gestern lud der Inhaber des Westerländer Restaurants Beachhouse Sylt ab 11.30 Uhr alle auf der Insel lebenden Flüchtlinge zum Essen ein. Getränke und eine warme Mahlzeit, genauer Rindergulasch mit Rotkohl und Salzkartoffeln, wurden den 68 Gästen serviert – als besondere Geste des Willkommens.

„Ich hatte mir überlegt, in welchem Rahmen ich den Flüchtlingen helfen könnte und welche Möglichkeiten mir dazu zur Verfügung stehen“, erzählt Jan Scharfe. „Eigentlich war es dann recht naheliegend: Ich habe in meinem Restaurant genug Platz, ich habe etwas zu Essen und ich habe etwas zu Trinken. Das möchte ich gerne teilen. Außerdem ist es mir sehr wichtig, ein ganz klares und lautes Zeichen gegen Fremdenhass zu setzen.“

Die Organisation übernahm Scharfe zusammen mit seinen Mitarbeitern. „Alle im Beachhouse stehen voll hinter der Aktion und haben geholfen, dass sich die Flüchtlinge bei uns willkommen fühlen können“, betont er stolz. Unterstützt wurde der Restaurantinhaber außerdem vom Ordnungsamt der Gemeinde Sylt und von der Sylter Verkehrsgesellschaft (SVG), die kostenlos einen Reisebus zur Verfügung stellte, der die Asylsuchenden auf seiner Route durch Archsum, Keitum, Tinnum und Westerland einsammelte und sie an den Westerländer Strand brachte. Zusätzlich kamen Jan Scharfe seine Lieferanten bei den Einkaufspreisen entgegen.

Und die Aktion kommt positiv an: „Wir sind sehr dankbar, dass wir hier so freundlich aufgenommen werden“, sagt Abdimalik Jusuf aus Somalia strahlend, als die große Portion vor ihm steht, „Die Insel und die Leute hier sind wirklich etwas ganz besonderes.“ Gegen 14 Uhr verlassen die letzten Flüchtlinge das Restaurant oben auf den Westerländer Dünen. „Jeder, der gegangen ist, hat sich persönlich verabschiedet und sich herzlich bei uns bedankt“, freut sich Initiator Scharfe. Das Feedback sei aber nicht nur bei den Flüchtlingen positiv gewesen: „Meine Idee ist von Anfang an auf große Zustimmung gestoßen“, so der Gastronom weiter. „Und wer weiß, was daraus noch entsteht. Wir würden uns natürlich sehr freuen, wenn andere gastronomische Betriebe auf der Insel so etwas nachmachen.“ Scharfe selbst hat mit einigen der Flüchtlinge Telefonnummern ausgetauscht und hofft, früher oder später einen von ihnen einstellen zu können. „Vielleicht ergibt sich aus dieser Aktion ja sogar etwas langfristiges. Das wäre ein wunderbarer Effekt.

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erstellt am 08.Sep.2015 | 05:30 Uhr

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