Rekordversuch : Ein Sylter auf den Spuren von Jules Verne

Dieter Albrecht (kleines Bild) versucht zusammen mit 31 weiteren Abenteurern mit 16 Wohnwagen in 80 Tagen einmal die Welt zu umrunden
Dieter Albrecht (kleines Bild) versucht zusammen mit 31 weiteren Abenteurern mit 16 Wohnwagen in 80 Tagen einmal die Welt zu umrunden

In 80 Tagen um die Welt: Der Sylter Dieter Albrecht will es Jules Vernes Helden Phileas Fogg gleich tun. Zusammen mit 31 anderen Abenteuerlustigen.

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12. Juni 2008, 10:14 Uhr

Sylt | Dieter Albrecht trägt seinen ganz eigenen Teil dazu bei, dass sich die Deutschen alljährlich den Titel des Reise-Weltmeisters sichern. Mit seinem Wohnwagen spulte er in den vergangenen 30 Jahren schon so einige Kilometer in Europa ab - tourte sowohl vom Nordkap bis Israel als auch vom Baltikum bis Island. Doch die Reise, auf die er sich jetzt zusammen mit 31 weiteren Abenteurern begeben hat, stellt alle bisherigen locker in den Schatten. 15 000 Fahrkilometer in 80 Tagen, 16 Zwei-Mann-Teams, die jeweils einen hochgerüsteten Wohnwagen steuern - zur Verfügung gestellt von einer Firma, die diese Fahrzeuge vertreibt.
"Diese Reise ist unbezahlbar"

Albrecht, der zusammen mit Jens Spintig in Tinnum bis 2003 das Autohaus Albrecht leitete, nimmt damit an einem Rekordversuch teil, der in dieser Form einmalig bleiben wird. "Diese Reise", da war er sich schon vor Antritt sicher, "ist unbezahlbar." Oder besser gesagt die damit verbundenen Erlebnisse. Denn gut 16 000 Euro müssen er und seine Frau - die ihn begleitet - dafür aufbringen. Geld, das sie gerne bezahlen. Nehmen sich die Kosten doch vergleichsweise niedrig aus: "Eine Privatreise in gleichem Umfang hätte allein von den Abnutzungskosten des Wohnwagens her ähnlich viel Geld verschlungen", rechnet Albrecht vor, der seit 2000 in der Nähe von Karlsruhe wohnt, aber noch sehr oft auf Sylt weilt.

Gut 1 000 Kilometer von der Insel entfernt - in München - liegt der Start- und Zielpunkt der Reise. Dort ging es am vergangenen Freitag (6. Juni) los. Über Düsseldorf machte sich die Karawane auf den Weg nach Bremerhaven. Hier wurden die Wohnmobile auf die Fähre nach New York verladen. Für Albrecht und seine Frau hieß es vorerst Abschied nehmen von ihrem motorisierten Gefährt und das Flugzeug in die Weltstadt zu besteigen. An immerhin 31 von 80 Tagen werden sich die Teams mit ihren Wohnwagen bewegen, durchschnittlich 483 Kilometer am Tag. Der Rest der Zeit geht für die Verschiffung der Wohnwagen drauf.
Die größte Herausforderung ist, gemeinsam anzukommen

Zeit, die sinnvoll genutzt wird. Bis die Fahrzeuge in elf Tagen das amerikanische Festland erreicht haben, bleibt für den Tross Zeit genug, um mit einer Bus-Rundreise von New York nach Charleston die Ostküste des Landes zu erkunden. Anschließend geht es über China und Russland (siehe Karte oben) zurück in die bayrische Landeshauptstadt. Dass dort alle Teilnehmer mit ihren Wohnmobilen ankommen, darin sieht Albrecht die größte Herausforderung - und mit dem Erreichen oder Nichterreichen dieses Ziels steht und fällt der Rekordversuch.

Zwar bekamen alle Teams vorab Reiseführer, doch was die taugen, wird sich insbesondere in der Mongolei zeigen, wo es kaum richtige Wege gibt. Zumindest gut schlafen werden die Albrechts dort aber können. Für die Betten in ihrem Wohnwagen braucht es nämlich keine Anleitung.

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