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Unwetter : Ein Sturmtief namens „Barbara“

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Zum ersten Mal in 31 Jahren musste das Weihnachtsbaden vor Westerland abgesagt werden / Bahnverkehr am späten Abend eingestellt

von
erstellt am 26.Dez.2016 | 20:00 Uhr

Unerschrocken warteten sie in der Schlange, um sich für das 32. Weihnachtsbaden anzumelden – mehrere Dutzend Freiwillige, die sich bei milden Luft- und Wassertemperaturen um sieben Grad vor Westerland in die Fluten stürzen wollten. Doch ein Sturmtief namens „Barbara“ machte ihnen gestern einen Strich durch die Rechnung – zum ersten Mal seit 31 Jahren. Eine Stunde vor dem Start mussten die Veranstalter das Event absagen.

Drei Stunden nach Hochwasser rollten die Wellen immer noch bis an die Promenadenmauer, der Strand stand unter Wasser. „Das Risiko ist zu groß“, befand ISTS-Veranstaltungschef Jörg Elias nach Rücksprache mit Lars Lunk vom Rettungscorps, die Strömung in Nähe der Buhnen sei zu gefährlich. Moderator Sönke Nielsen musste die Badewilligen wieder nach Hause schicken.

Für den gestrigen Abend und die Nacht wurden orkanartige Böen mit Geschwindigkeiten bis zu 120 Kilometer pro Stunde erwartet. Die Deutsche Bahn und RDC stellten aus Sicherheitsgründen den Betrieb ihrer Autozüge über den Hindenburgdamm ein. Tagsüber hatte es aufgrund des Weihnachtsreiseverkehrs Wartezeiten von ein bis zwei Stunden am Niebüller Terminal gegeben. Bis zur Sturmpause ab 18 Uhr hatten die Autozug-Betreiber den Ansturm der Autofahrer vollständig bewältigt. Der Personenverkehr war bis Redaktionsschluss nicht beeinträchtigt. Auch die Syltfähre bediente die Strecke Röm-Sylt bis zum Abend nach Fahrplan. Am Dienstag Morgen um 8.30 Uhr sollte der Betrieb planmäßig fortgesetzt werden, hieß es gestern aus der Flensburger Zentrale.

Während es in Niebüll zu Wartezeiten kam, lief der Abreiseverkehr von der Insel in Richtung Festland ohne Beeinträchtigungen. Viele Gäste würden ihre Abreise vorsorglich nach den Feiertagen legen, um auf dem Festland nicht in den Stau zu geraten, erläuterte der Sylter Bürgervorsteher Peter Schnittgard. Stattdessen hätten die Gäste einen Spaziergang an die Küste unternommen. Als Insulaner sähe man einen Sturm dieser Größenordnung sowieso mit Gelassenheit – „das kennen wir von Anatol und Xander.“ Ein Kompliment machte Schnittgard den Einsatzkräften, die in ihrer Freizeit im Einsatz waren – „sie haben wieder professionelle Arbeit geleistet.“

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