Mensch des Jahres : Ein Stück Lebenserfahrung, das bleibt

Oliver Ewald, Sylter Mensch des Jahres 2012, erinnert sich an seine Nominierung und würdigt das manchmal schwierige Ehrenamt auf der Insel.

shz.de von
09. November 2013, 00:33 Uhr

Fast ein Jahr ist es her, seit Oliver Ewald zum Sylter Menschen des Jahres gewählt wurde. „Das war eine spannende Sache“, sagt der 45-jährige Keitumer heute, „sowohl für mich, als auch für meine Familie.“ Während und auch nach der Wahl habe er viel positive Resonanz von Freunden, Bekannten aber auch Leuten auf der Straße erfahren. „Man steht während dieser Zeit ziemlich im Mittelpunkt, dadurch habe ich mich bestätigt gefühlt in meiner Arbeit und wurde auch motiviert, weiter zu machen.“ Gewählt wurde Ewald für sein Engagement als Vorsitzender des CDU-Ortsvereins der Gemeinde Sylt, im Ortsbereirat Keitum und im Verein Kulturhaus Sylt. Das alles machte der Unternehmer und Vater von drei Kindern noch neben Beruf und Familie.

Als die Sylter Rundschau allerdings zum ersten Mal mit der Idee an ihn herantrat, ob er nicht Kandidat für den Sylter Menschen des Jahres werden wolle, war Ewald erst einmal sehr skeptisch. „Ich war peinlich berührt – schließlich gibt es auf Sylt so viele andere Menschen, die sich teilweise schon viel länger engagieren als ich“, erzählt er, „ich dachte, die haben die Auszeichnung auch verdient.“

Im Gespräch mit den anderen Kandidaten stellte Ewald dann aber fest, dass es den anderen Kandidaten für den Mensch des Jahres nicht anders erging. „Am Ende hat es mich dann doch stolz gemacht. Und die Begegnung mit dem Ministerpräsidenten in Glücksburg war ein Stück Lebenserfahrung, das mir keiner mehr nehmen kann.“

Oliver Ewald glaubt, dass ehrenamtliches Engagement in der Gesellschaft oft für zu selbstverständlich genommen wird: „Aber das ist es nicht.“ Gerade wer sich in der Politik einsetzt, müsse sich immer wieder für alles mögliche kritisieren lassen. „Das ist klar – wer etwas macht, muss sich auch kritisieren lassen. Aber die Leute sollten mal darüber nachdenken, dass das alles ehrenamtliche Arbeit ist, die wir in unserer Freizeit machen. Keiner will der Insel etwas Böses.“

Noch einschließlich bis zum 13. November sollten die Sylter die Gelegenheit nutzen, für ihren Menschen des Jahres abzustimmen und damit das ehrenamtliche Engagement, das diese Leute das ganze Jahr über ganz selbstverständlich leisten, zu würdigen. Den aktuellen Kandidaten wünscht Oliver Ewald, dass sie sich „einfach darüber freuen, nominiert zu sein“.

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