zur Navigation springen

Kultur auf Sylt : Ein Sommer mit Meer und Kabarett

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Der Auftakt zur 24. Meerkabarett-Saison mit Moderator Piet Klocke und Showgästen in der Abfüllhalle der Rantumer Sylt-Quelle war ein voller Erfolg.

Kleinkunst auf Sylt – das ist seit 24 Jahren das Erfolgsrezept des Meerkabaretts. Jahr für Jahr besuchen viele Hundert Zuschauer das Programm in der Abfüllhalle der Rantumer Sylt-Quelle. Wenn die Wasserkisten raus sind, ziehen Musik und Comedy ein, acht Wochen lang gibt es jeden Abend eine Show. Am Montag war Auftakt zur 24. Saison – und das Publikum bekam einen kleinen Vorgeschmack auf das, was ihm alles blüht.

Am Vorabend der Eröffnungsshow musste Veranstalter Joachim Wussow schnell umdisponieren: Das streitlustige Comedy-Ehepaar Emmi und Willnowsky hatte seinen Auftritt abgesagt, Ersatz musste her. Morgens um 10 Uhr dann die rettende Zusage – der Parodist, Entertainer und Bambi-Preisträger Jörg Knör sprang kurzerhand ein. Die Zuschauer hätten die Lücke vielleicht nicht bemerkt – das Programm am Montagabend war prall gefüllt mit Musik und Comedy bis kurz vor Mitternacht.

Kleine Verschnaufpause vor der Halle des Meerkabaretts.
Kleine Verschnaufpause vor der Halle des Meerkabaretts.
Garant für kurzweilige Moderation: Piet Klocke.
Garant für kurzweilige Moderation: Piet Klocke.

Wussow begrüßte die rund 600 Zuschauer in der ausverkauften Abfüllhalle, die wieder zum stimmungsvollen Varietétheater mit großer Bühne sowie kleinen Tischen und Stühlen umgebaut worden war. Die 24. Saison ist für das Meerkabarett ein Novum – erstmals gibt es mit der Rantumer Sylt-Quelle und dem Keitumer Friesensaal zwei Spielstätten. Bis zum 3. September finden 13 kleinere Veranstaltungen im Kulturhaus am Tipkenhoog statt, 44 am Stammsitz in Rantum. Wussow dankte allen Sponsoren und der Gemeinde Sylt, ohne deren Unterstützung es das Meerkabarett wohl nicht mehr geben würde, und weckte schon Vorfreude auf die Jubiläumssaison im nächsten Jahr.

„Piet Klocke und Gäste“ steht seit Jahren auf dem Programm des Eröffnungsabends – der urige Kabarettist aus Bremen führt durch einen Abend mit Musikern und Kabarettisten, die sich im Meerkabarett-Kalender nächsten acht Wochen wiederfinden. Am Montag waren es der Comedian Hans-Hermann Thielke (Solo-Auftritt am 15. August), der Musiker Reinhold Beckmann (16. Juli), Parodist Jörg Knör (23. Juli und 16. August) sowie das Berliner Showensemble „Let’s Burlesque“.

Piet Klocke sorgte für charmante Übergänge zwischen den Darbietungen – ein Entertainer, den man in seiner gespielten Zerstreutheit und den unbeholfen schlaksigen Bewegungen schnell ins Herz schließt. Ob bei der Einführung der Künstler oder der Tombola (die einen Reinerlös von 1300 Euro für die Sylter Küstenschützer einbrachte) – dank Piet Klocke wurde es nie langweilig.

Comedian Thielke heißt eigentlich Helmut Hoffmann und stammt aus Lüneburg, doch große Erfolge feiert er seit Jahren als Postbeamter Hans-Hermann Thielke. Im froschgrünen Pullunder erzählt der 61-Jährige von seiner Behördenlaufbahn und von seinen Erfahrungen nach dem Besuch der Humor-Aufbauschulung für den mittleren nicht-technischen Postdienst in Karlsruhe. Das Publikum kann sich auf einen kurzweiligen Abend freuen – am 15. August im Friesensaal.

Für den ersten musikalischen Beitrag des Abends musste Piet Klocke keine lange Einführungsrede halten – Reinhold Beckmann ist als Sport- und Talkmoderator im deutschen Fernsehen omnipräsent. Beckmann und Klocke kennen sich seit Jugendtagen – beide sind Jahrgang 1956 und südlich von Bremen aufgewachsen. Auf der Rantumer Bühne stand der Journalist Beckmann als Chansonnier, begleitet von Johannes Wennrich an der Gitarre. Seine fünf Lieder handelten vom Charme der kleinen Dinge, von kleinen Macken und der ersten großen Liebe – zu Charlotte, der „Metzgerstochter“ – kein Lied für Vegetarier. Am kommenden Sonntag steht Beckmann mit vierköpfiger Band in Rantum auf der Bühne.

Vom Moderator zum Chansonnier: Reinhold Beckmann.
Vom Moderator zum Chansonnier: Reinhold Beckmann.

Jörg Knör begeistert das Publikum seit fast 40 Jahren mit seinen Stimmenimitationen. Ob Lilo Wanders, Angela Merkel, Udo Lindenberg oder Karl Lagerfeld – jedem legte er gekonnt Sprüche in den Mund. Höhepunkt: Ein Dialog zwischen Helmut und Loki Schmidt im Himmel, natürlich mit Zigarette im Mund. Er tritt gleich zweimal beim Meerkabarett auf – am 23. Juli und am 16. August.

„Jetzt heißt es Ekstase und auf den Tischen tanzen“ – mit markigen Worten kündigte Piet Klocke den Auftritt des Berliner Musik-, Tanz- und Artistikgruppe „Let’s Burlesque“ an. Vier Musiker sorgten für kraftvollen Swing und Jazz, „Miss Evi“ und „Honey Lulu“ für knapp verhüllten Tanz und Gesang. Als Handstandartist verblüffte Robert Choinka das Publikum. Die Musiker gaben richtig Gas, doch das Publikum sprang nicht auf die Tische – dafür war es mittlerweile wohl zu spät. Bis kurz vor Mitternacht reichte die Eröffnungsshow des Meerkabaretts. Das könnte bei den beiden Auftritten von „Let’s Burlesque“ am 18. und 19. August in Rantum anders werden – dann reist auch das ganze Ensemble aus Berlin an. Der kleine Vorgeschmack am Montag jedenfalls war schon mal vielversprechend.


Alle Infos zum Programm sowie zur Ticketbestellung im Internet auf www.meerkabarett.de

Typisch Lagerfeld: Parodist Jörg Knör ist ein Stimmgenie.
Typisch Lagerfeld: Parodist Jörg Knör ist ein Stimmgenie.
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen