Weltgebetstag auf Sylt : Ein Signal gegen die Ungerechtigkeit in der Welt

Frauen aus verschiedenen Sylter Gemeinden bereiteten den Gottesdienst in der Keitumer Kirche St. Severin vor.
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Frauen aus verschiedenen Sylter Gemeinden bereiteten den Gottesdienst in der Keitumer Kirche St. Severin vor.

Sylter Frauen gestalteten eine gottesdienstliche Feier voller Fleiß, Engagement und Fantasie

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07. März 2017, 05:21 Uhr

Als zum Abschluss des Ökumenischen Weltgebetstages der Frauen am vergangenen Freitagabend in der St.-Severin-Kirche Pastorin Susanne Zingel die Segensworte sprach, lag hinter einer ansehnlichen Besucherschar ein eindrucksvoller und mehr als denkwürdiger Gottesdienst.

Sylter Frauen, aus allen Inselgemeinden kommend und der evangelischen, katholischen oder freikirchlichen Gemeinde zugehörend, hatten eine gottesdienstliche Feier voller Fleiß, Engagement und Fantasie gestaltet. Unter dem Motto „Was ist denn fair?“ wurde am Beispiel der Philippinen über Misswirtschaft, Korruption und soziales Elend sowie Ausbeutung gesprochen. Jeweils eine Witwe, Tagelöhnerin oder Haushaltshilfe kamen in ganz persönlichen Stellungnahmen zu Wort, um die vorherrschende Ungerechtigkeit in dem asiatischen Inselstaat zu verdeutlichen.

Einfallsreich, weil geschickt gegliedert und anschaulich dargestellt: der gottesdienstliche Ablauf an diesem Abend. Da wechselten sich moderne Lieder (auch von den Philippinen) ab mit Gebetsrufen, Sprechmotetten oder gar der szenischen Darstellung des Evangeliums (Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg).

Den Altar schmückte die philippinische Flagge (deren Symbolik im Programm zur Sprache kam). Das Hauptnahrungsmittel des über 100 Millionen Einwohner zählenden Staates, der Reis, gelangte – verpackt in kleinen Tüten – in die Hände aller Besucher. Mit der Bitte, ihn bei der nächsten häuslichen Reismahlzeit beizumischen, um so „an der weltweiten Verbundenheit durch den Weltgebetstag“ zu denken.

„Gottes Reich heißt alle willkommen!“ hieß es klar und deutlich an diesem Abend. Das aber sollte (nicht nur für diesen Staat) gesellschaftspolitische Folgen haben. Darum verwiesen die Frauen auf Briefvordrucke, die – lediglich mit der Unterschrift versehen – an die Botschaft der Philippinen in Berlin geschickt werden.

Im Keitumer Gemeindehaus warteten anschließend fernöstliche Köstlichkeiten auf alle Gottesdienstbesucher. Auch hierbei waren die Sylter Frauen fleißig und engagiert im Einsatz.

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