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Ein schwäbischer Optimist als Inselbaumeister

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Martin Seemann zieht von Heidenheim nach Sylt, um einen anspruchsvollen Job anzutreten

shz.de von
erstellt am 29.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Sylt | Martin Seemann ist bekennender Optimist. Bei dem Job, den der 49-jährige Vater fünfer Kinder ab dem ersten August auf der Insel antreten wird, ist das wahrscheinlich eine ganz gute Eigenschaft: Seemann wird neuer Inselbaumeister auf Sylt. Momentan abreitet der fröhlich wirkende Mann mit dem unüberhörbaren schwäbischen Dialekt noch als Leiter der Stadtplanung in Heidenheim an der Brenz. Warum er und seine Frau von der Schwäbischen Alb nach Sylt ziehen? "Das ist so ein Jugendtraum von mir: Ich wollte entweder in Westerland als Stadtplaner arbeiten, weils am Meer ist, oder in Garmisch, wegen des Skifahrens. Und in Garmisch wurde keine Stelle frei", sagt Seemann lächelnd.

Als Chef des Inselbauamtes und des Bauhofes der Gemeinde Sylt ist der studierte Raum- und Umweltplaner zukünftig Chef von rund 60 Mitarbeitern. Und er übernimmt von seinem Vorgänger Wolfgang Knuth, der bald 37 Jahre im Bauamt gearbeitet hat, eine Stelle, die nicht die einfachste ist. Welche Probleme das Thema Bauen auf Sylt so mit sich bringen, darüber würde ihn sein Vorgänger gerade auf langen Strandspaziergängen "in homöopathischen Dosen" aufklären, sagt Seemann. Er werde Wolfgang Knuth bis zu dessen Pensionierung Ende des Jahres aber noch im Bauamt an seiner Seite haben - "Gott sei Dank!". Dass Sylt anders ist als die Schwäbische Alb zeige sich auch ganz deutlich in den Inselorten: "In Heidenheim ist jedes zweite Haus ein Optiker oder Bäcker, hier ist es ein Immobilienmakler." Arbeitstechnisch macht ihm die Umstellung keine Sorgen: Das Bundes-Baugesetze seien ja überall die gleichen. Und auf dieZusammenarbeit mit den neuen Kollegen ist Seemann gespannt: "Ich habe das Gefühl, dass das Bauamt hier insgesamt gut aufgestellt ist, und die Leute einen tollen Job machen."

Selbst hat er die Tücken des Sylter Dauerwohnraum-Marktes bei der Suche nach einer geeigneten Wohnung dieser Tage auch schon erleben dürfen. Nach der Besichtigung einiger Keller- und Spitzboden-Wohnungen habe er nun aber auch interessante Angebote entdeckt. Er ist der Meinung, dass es auf Sylt keinen anderen Weg gebe, dem Mangel an Dauerwohnraum zu mindern, als dass die Gemeinde sich als oberste Priorität den Wohnungsbau auf die Fahnen schreibt. Sylts Bürgermeisterin Petra Reiber ist von ihrem neuen Mitarbeiter überzeugt, nicht nur fachlich: "Mit seiner süddeutschen Mentalität kann Herr Seemann die spröden Norddeutschen sicher ein bisschen aufmischen. Und das Schwäbische ist doch auch niedlich, dass soll er sich nicht abgewöhnen."

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