Wohnungen für Sylter : Ein Reihenhaus für 310 000 Euro

Auf dem Bastianplatz wurden in mehreren Projekten rund 130 Wohnungen errichtet.
Auf dem Bastianplatz wurden in mehreren Projekten rund 130 Wohnungen errichtet.

Gemeindevertretung beschließt Kaufpreise und Vergabekriterien für Reihenhäuser auf dem Bastianplatz

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21. August 2018, 04:44 Uhr

Eine neue Chance aufs Eigenheim: Auf dem Bastianplatz werden nach den Miet- und Genossenschaftswohnungen bald auch die letzten zehn Reihenhäuser bezugsfertig sein. Nach langer Pause stehen damit nun wieder Häuser zum Verkauf. Einziehen sollen hier nach dem Wunsch der Gemeindevertretung Familien mit Kindern. Weniger einig waren sich die Kommunalpolitiker bei den Vergabekriterien.

In der südöstlichen Ecke des Bastianplatzes wurden in der Regie des Kommunalen Liegenschaftsmanagements (KLM) der Gemeinde Sylt auf einer Fläche von 2479 Quadratmetern zehn Reihenhäuser fertiggestellt, die von den Straßen „Rote Erde“ und „Zwischen den Hedigen“ erreichbar sind. Die sechs Reihenhäuser mit 105 Quadratmeter Wohnfläche kosten 183 595 Euro, vier Reihenhäuser mit 107 qm Wohnfläche 188 278 Euro. Hinzu kommen noch 18 000 bis 20 000 Euro Erschließungskosten für Strom, Wasser und Abwasser, so dass die Rohbauten zwischen 200 823 und 208 806 Euro kosten werden. Die Kosten für den Innenausbau haben die Käufer selbst in der Hand – je nach Raumaufteilung und Wohnstandard. KLM-Chef Marcus Kopplin schätzt den Innenausbau nach KLM-Standard auf rund 80 000 Euro. Hinzu kommen noch Grunderwerbssteuer und Notarkosten, so dass die Käufer der Erbpachthäuser mit Kosten von knapp 310 000 Euro rechnen müssen. Wohlgemerkt, allein für das Haus. Denn am Grundstück erwerben die Hausbesitzer kein Eigentum, sie pachten es lediglich von der Gemeinde auf 50 Jahre mit der Option auf weitere 50 Jahre, wenn das Grundstück an die Kinder weitergegeben wird. Dafür werden nochmal Erbbauzinsen fällig: monatlich 205 bis 380 Euro, die alle fünf Jahre mit dem Lebenshaltungsindex steigen. Kein Billigangebot also, aber vergleichsweise günstig auf einer Insel, auf der mit Feriendomizilen viel höhere Preise erzielt werden.

Wer den Zuschlag für eines der Häuser erhalten will, muss sich aber einem Auswahlverfahren stellen. Bevorzugt werden Familien mit Kindern, insbesondere schwerbehinderten, in denen die Eltern für die Daseinsvorsorge wichtige Berufe ausüben. „Wenn diese Kriterien erfüllt sind, wird gelost“, erläuterte Mathias Lauritzen (SPD), Vorsitzender des Wohnungsbauausschusses. Die Bewerberliste wird vom KLM geführt, aber vom Vorsitzenden des Hauptausschusses und seinem Stellvertreter geprüft – „so transparent wie möglich.“

Lars Schmidt (Zukunft) kritisierte die Vergabe in einem „Geheimgremium“ als intransparent und verlangte ebenso wie Hicham Lemssiah (Insulaner) eine Überprüfung des Verfahrens durch die Kommunalaufsicht des Kreises. Bei der Abstimmung votierte die Mehrheit der Gemeindevertreter aber für das vom Wohnungsbauausschuss erarbeitete Verfahren.

Am kommenden Sonnabend von 11 bis 14 Uhr können sich Interessenten selbst ein Bild von den Häusern machen – das KLM lädt zur Besichtigung ein. Später schließt sich eine vierwöchige Bewerbungsfrist an.

Aber auch in den Ortsteilen Morsum und Archsum sind Bauprojekte für Sylter Familien auf Erbpachtbasis geplant. Für die beiden Grundstücke am Morsumer Deelgung wird derzeit die Erschließung geklärt, dann folgt auch dort die vierwöchige Bewerbungsfrist. Für die vier Reihenhausgrundstücke auf dem ehemaligen Archsumer Kindergartengelände fehlt noch der Bebauungsplan.

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