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Parkplatz Habsburg auf Sylt : Ein neues Parkhaus für Westerland

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Ortsbeirat Westerland holt Pläne für den Bau eines Parkhauses aus der Schublade.

Diese Idee ist ein alter Hut: Ein Parkhaus für die Westerländer Innenstadt, auf dem Gelände hinter dem Technik-Kaufhaus von H. B. Jensen. Vier Stockwerke hoch, mit Platz für 300 bis 400 Autos, um das alljährliche Parkplatzchaos in der Innenstadt in den Griff zu bekommen. 1993 verschwanden die fertigen Baupläne in der Schublade, nun hat sie der Ortsbeirat wieder hervorgeholt. Bekommt das Bauprojekt nun eine zweite Chance?

„Aus unserer Sicht wäre ein Parkhaus ein guter Weg, um den Parkplatzmangel zu kompensieren“, erläuterte Kay Abeling (CDU) vom Ortsbeirat den Vorstoß. Tempo 30 in der ganzen Stadt, Radfahren in den Fußgängerzonen, Parkplätze für die Innenstadt – der Straßenverkehr zur Hochsaison erhitzt derzeit die Gemüter.

25 Jahre alt: Bauplan für ein Parkhaus an der Maybachstraße.
25 Jahre alt: Bauplan für ein Parkhaus an der Maybachstraße. Foto: SU

Für Peter Matthiessen, den ersten Vorsitzenden des 1966 gegründeten Vereins Sylter Unternehmer (SU), ein Déjà-vu. „Planung, Modell, Finanzierung – wir hatten damals alles schon in trockenen Tüchern“, erinnert sich der heutige SU-Ehrenvorsitzende. Das Grundstück gehörte der Gemeinde, die Unternehmer hätten den Parkhausbau finanziert. Einen großen Betrag hätte die Firma H. B. Jensen beigesteuert, die nebenan ihr Technikhaus errichten wollte und Parkplätze nachweisen musste. Die Maybachstraße sei damals noch eine Einbahnstraße gewesen – die Zufahrt wäre von Norden und die Abfahrt in Richtung Süden oder in die St. Nicolai-Straße möglich gewesen. Kunden, die ihren Wagen im Parkhaus abstellen, sollten die Parkgebühren beim Einkauf in den Geschäften erstattet bekommen. Über einen Fußweg durch die Boysenstraße sollten sie direkt in die Mitte der Friedrichstraße gelangen. Als Tüpfelchen auf dem i hatten sich die Planer überlegt, im Erdgeschoss des Parkhauses im Winter eine Eisbahn zum Schlittschuhlaufen anzulegen.

„Es gab damals keine idealere Lösung als diese“, ist Matthiessen überzeugt. Bis der damalige Stadtbaumeister Wolfgang Knuth eine Vision von der autofreien Innenstadt entwickelt habe. Das „Gefälligkeitsgutachten eines Verkehrswissenschaftlers“ habe davor gewarnt, dass die 300 bis 400 Autos den Verkehr in Westerland total zum Erliegen bringen würden. „Wir haben ein rundum stimmiges Konzept vorgelegt, aber die SPD-Mehrheit in der Stadtvertretung und Herr Knuth haben das Projekt zerschlagen.“

Oliver Boettiger hat die Geschäftsführung von H. B. Jensen zwar erst im Jahr 2000 übernommen, erinnert sich aber gut an die Einweihungsfeier des Technikhauses am 2. Juli 1992. Das Unternehmen habe für den Neubau 83 Parkplätze nachweisen müssen, für die eine Ablösesumme an die Stadt gezahlt wurde – je Stellplatz 22  500 Mark, insgesamt also 1  867  500 Mark (955  000 Euro). „Dafür wurde der ehemals wilde Schotterparkplatz für 120 Autos, mit 83 Stellplätzen und 50 Haltebügeln für Fahrräder neu hergerichtet.“ Einen Parkhaus-Neubau würde Boettiger unterstützen. In den vergangenen Jahren seien viele Parkplätze in der Nachbarschaft „stillschweigend verschwunden.“ Die Parkpalette, die in den 90er Jahren am Bahnhof entstanden ist, sei zu weit weg von der Fußgängerzone. Stattdessen habe dort ein reger Suchverkehr eingesetzt – viele Autofahrer führen auf der Maybachstraße, der Käpt’n-Christiansen-Straße, der Elisabethstraße und den Nebenstraßen dreimal im Kreis, bevor sie einen Parkplatz gefunden haben. Nachfrage nach einem Parkhaus gäbe es genug – auch von Interessenten für Dauerstellplätzen.

Der Verein der Sylter Unternehmer steht Gewehr bei Fuß: „Zunächst muss ein klarer, tragfähiger Wille der Politik hergestellt werden“, sagt SU-Geschäftsführer Ronald Glauth. „Danach sind wir für Ideen und Planspiele bei der Finanzierung offen.“

Der Vorschlag aus dem Ortsbeirat geht nun durch die politischen Gremien: Am 12. September entscheidet der Hauptausschuss, ob das Projekt in den Fachausschuss überwiesen wird, erläuterte Bürgermeister Nikolas Häckel. Der könnte den Arbeitsauftrag an die Verwaltung erteilen und Geld für die Planung bereitstellen. Die zweite Möglichkeit: „Oder aber die Idee wird bis zum Abschluss eines Verkehrskonzeptes zurückgestellt.“

 

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