Ein neuer Name auf der Königskette

Auch ohne Uniform und Lanze fühlte sich Vereins-Senior Alfred Knutzen (86) an der Tafel der Rinreiter sichtlich wohl.
2 von 3
Auch ohne Uniform und Lanze fühlte sich Vereins-Senior Alfred Knutzen (86) an der Tafel der Rinreiter sichtlich wohl.

150-jähriges Jubiläum des Sylter Ringreitercorps von 1861 wurde gebührend gefeiert / Werner Czock verhinderte "Hattrick" von Sönke Lüdrichsen

Avatar_shz von
05. Juli 2011, 07:40 Uhr

Keitum | Die Königsschärpe kennt wohl jeder, doch was viele nicht wissen: Es gibt auch eine Königskette, dort wird in jedem Jahr die neue Majestät eingraviert. Im letzten Jahr hatte das große Schmuckstück keinerlei Kapazitäten mehr frei und so stifteten Jens- Peter Sievers und Sönke Lüdrichsen eine neue. Letzterer ist auf beiden Ketten verewigt, errang er doch zweimal hintereinander die Königswürde. Dreimal in Folge hatte dies noch niemand geschafft, und so wurde Lüdrichsen ordentlich angefeuert: "Sönke, du schaffst das, wir sammeln auch für dich", witzelten die Kameraden, schließlich muss der König immer "groß einen ausgeben". Die Spannung stieg, als Lüdrichsen einen Königsring auf der Lanze hatte, letztendlich musste er die Kette dann aber doch abgeben: Nach einer dreiviertel Stunde stand fest: Neuer König ist Werner Czock.

Zuvor ritten Abordnungen aller acht Ringreitervereine um diverse Stiftungspreise, wobei Reiter, Zuschauer und Pferdepasser froh waren, dass sie zumindest von Regengüssen verschont blieben. Der guten Stimmung tat das aber keinen Abbruch, gefeiert wurde draußen und im Zelt, wo der Vorsitzende "Mücke" Sievers zwischendurch Mitglieder des Vereins begrüßte. Zum Beispiel Pastor i.R. Traugott Gießen ("nicht jeder Verein hat seinen eigenen Pastor") oder Staatssekretär Heinz Maurus, der als aktiver Reiter gut gelaunt auf dem Platz mitmischte.

Den größten Applaus gab es, als Alfred Knutzen (fast 87) sich an die Tafel der Reiter setzte und es sich nicht nehmen ließ, eine kurze Ansprache zu halten. Er ist das älteste Mitglied des Vereins und saß bis zum Alter von 83 Jahren fest im Sattel. Obwohl die meisten Ringreiter am Sonntagnachmittag noch erklärten, sie wären vom Umzug am Vortag "ziemlich platt", feierten sie bis nach Mitternacht.

Einen Tag lang musste der Jubiläumskönig allein regieren, bis er gestern endlich Prinzen (Volker Andersen) und Kronprinzen (Hans- Detlef Buchholz) an seine Seite bekam. Den Damenehrenpreis gewann Carsten Wilhelmy - und musste im Anschluss den obligatorischen Kaffee und Kuchen für die Frauen der Ringreiterkameraden spendieren.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen