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Schulzentrum Sylt : „Ein Modell für die Zukunft“

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Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Ab August wird das Schulzentrum Sylt zum „G-8-Gymnasium mit Gemeinschaftsschulteil“. Was das bedeutet, erklärt die Schulleitung

shz.de von
erstellt am 08.Apr.2014 | 06:00 Uhr

Ab dem neuen Schuljahr tritt das veränderte Schulgesetz in Schleswig-Holstein in Kraft. Dann ist das Schulzentrum Sylt nicht mehr ein „G-8-Gymnasium und Regionalschule“ sondern ein „G-8-Gymnasium mit Gemeinschaftsschulteil“. Was das in der Praxis bedeutet, erklärten in der jüngsten Sitzung des Schulverbands die Schulleiterin Gonde Detlefsen und der leitende Koordinator des Regionalschulteils, Dr. Wolf-Dietmar Stein.

Ihr Fazit: Ändern wird sich erst einmal nicht viel mehr als ein paar Begrifflichkeiten. Denn bei dem 2010 entwickelten pädagogischen Konzept für die „Schule für Sylt“ waren bereits viele Veränderungen vorweggenommen worden, die vergleichbare Schulen in Schleswig-Holstein jetzt umsetzen müssen.

„Durchlässigkeit“ heißt das Zauberwort, das sich in den Richtlinien des Bildungsministeriums immer wieder findet. Ziel ist es, dass der Wechsel zwischen den Schulformen möglichst einfach gemacht werden soll. Auch wer als Hauptschüler eingeschult wurde, soll bei entsprechender Eignung sein Abitur machen können. Am Schulzentrum Sylt ist man bereits auf einem guten Weg: Immer mehr Schüler mit Realschulabschluss machen hier das Abitur. „In diesem Jahr waren das über 20 Schüler – vor zwei Jahren nur fünf. Das zeigt, dass die Durchlässigkeit bei uns funktioniert“, stellt Schulleiterin Gonde Detlefsen nicht ohne Stolz fest.

Erreicht werde dieses Ziel zum einen durch eine gute Vorbereitung auf den Übergang zum Gymnasium nach der 10. Klasse – und zum anderen durch ein deutlich erkennbares Zusammenwachsen des Regionalschulteils mit dem Gymnasium. Wie im Schulgesetz gefordert, gibt es am Schulzentrum Sylt bereits zwischen beiden Schulabteilungen einen Austausch der Lehrer, übergreifende Fachkonferenzen und gymnasiale Kurse im Regionalschulteil. Und auch auf sozialer Ebene rückt das Schulzentrum näher zusammen: „Bei abteilungsübergreifenden Arbeitsgruppen, Festen und Sportturnieren ziehen alle an einem Strang“, erzählt Regionalschul-Koordinator Stein. „Früher gab es einen richtigen Kampf zwischen Gymnasium und Regionalschulteil.“

Das Schulzentrum Sylt hat aber nicht nur bereits einiges umgesetzt, was im neuen Gesetz verlangt wird, sondern ist in einigen Punkten sogar schon weiter. So wird in der Regionalschule ab der sechsten Klasse Französisch angeboten, damit die Schüler problemlos in den Fremdsprachenunterricht des Gymnasiums einsteigen können. Das ist im Gesetz erst ab Klasse sieben vorgesehen. „Wir hoffen aber, dass wir damit in Kiel durchkommen“, so Schulleiterin Detlefsen.

Ein weiteres Beispiel: In den Klassen fünf und sechs, der sogenannten Orientierungsstufe, können Schüler bei guten Leistungen nach einer Probezeit aufs Gymnasium wechseln. Dieses Angebot nehmen fünf bis acht Kinder pro Jahrgang wahr. Im neuen Gesetz ist dieser Wechsel nicht mehr vorgesehen – schließlich können die Schüler nach der Klasse zehn in die Oberstufe des Gymnasiums wechseln. Detlefsen und Stein würden trotzdem gerne am altbewährten Modell festhalten – „es sollten trotzdem alle Schüler die Möglichkeit haben, schon in der fünften und sechsten Klasse hochzusteigen.“ Auch wenn bereits mit dem Konzept aus dem Jahr 2010 vieles vorweg genommen wurde – entwickeln musste das Schulzentrum dennoch ein umfangreiches pädagogisches Konzept, das in Kiel abgesegnet werden muss.

Vor allem müssen sich die Schüler an neue Namen gewöhnen: Statt Hauptschulabschluss heißt der Abschluss nach neun Jahren jetzt „Erster allgemeinbildender Schulabschluss“, was früher der Realschulabschluss war, ist jetzt der mittlere allgemeinbildende Schulabschluss.

Außerdem fällt in Zukunft die Schulartenempfehlung weg. Derzeit geben die Grundschullehrer eine Schulempfehlung ab und bei einer Hauptschulempfehlung ist es für die Eltern nicht mehr möglich, ihr Kind aufs Gymnasium zu schicken. Jetzt soll es nur noch ein verpflichtendes Beratungsgespräch geben – danach entscheiden die Eltern alleine.

Die Reaktionen im Schulverband auf das neue alte pädagogische Konzept fielen sehr positiv aus. Bürgermeisterin Petra Reiber lobte die „spürbare Begeisterung für die Sache“ und die „tolle Entwicklung der Schule“. Ihre größte Freude sei es, dass das Gerangel unter den Schulen nicht mehr so ausgeprägt sei wie früher – „das war ein leidiges Thema“.

Auch der Gemeindevertreter Oliver Ewald lobte den Einsatz von Lehrern und Schulleitung: „Das ist eine Erfolgsgeschichte. Hoffentlich wird auch in Kiel gesehen, dass hier am Schulzentrum Sylt ein echtes Modell für die Zukunft geschaffen wurde.“

 

 

 

 

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