Ein Leben für die Nordseeküste

Uwe Sönnichsen (li.) mit Jörg Elias 2015 anlässlich seines letzten Diavortrags am Ende einer 63-jährigen Ära.
Uwe Sönnichsen (li.) mit Jörg Elias 2015 anlässlich seines letzten Diavortrags am Ende einer 63-jährigen Ära.

Im Alter von 91 Jahren ist der engagierte Referent, Fotograf, Filmemacher und Küstenschützer Uwe Sönnichsen verstorben

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06. März 2019, 16:34 Uhr

Uwe Sönnichsen ist tot. Mit ihm ist ein nordfriesisches Urgestein von uns gegangen, das im gesamten Kreisgebiet Bekanntheit und Anerkennung genoss. Sönnichsen, der am 28. Februar im Alter von 91 Jahren verstarb, machte sich insbesondere als engagierter Küstenschützer und Spendensammler einen Namen.

Gebürtig in Altona und aufgewachsen in Niebüll, absolvierte Sönnichsen nach der Schule zunächst bei seinem Vater eine Lehre zum Schornsteinfeger – und erlebte in der friesischen Einöde überraschende Begegnungen: In Seebüll säuberte er regelmäßig den Kamin im Hause des berühmten Expressionisten Emil Nolde. „Pünktlich um 12 Uhr mittags musste ich vom Dach steigen und durfte dann mit Nolde und seiner Frau Mittag essen“, erinnerte Sönnichsen sich später.

Nach Lehre und Krieg war Uwe Sönnichsen als freiberuflicher Fotojournalist tätig und berichtete 1952 sogar von den Olympischen Spielen in Helsinki. Von nun an widmete er sich auch verstärkt jenem Thema, das ihn schon als kleiner Steppke faszinierte: Als im Oktober 1936 eine Sturmflut an die norddeutsche Küste brandet, fotografiert der Neunjährige das Naturschauspiel mit seiner kleinen Kamera.

1953 hielt Sönnichsen in Westerland seinen ersten Lichtbildervortrag. Es sollten Unzählige folgen: In rekordverdächtigen 63 Jahren schilderte der Referent stets voller Elan Hunderttausenden von Urlaubern die Dramatik der Sturmfluten und die Dringlichkeit des Küstenschutzes. Im Mai 2015 holte Uwe Sönnichsen in Westerland zum letzten Mal die Sturmflut ins Haus. Dafür erfuhr er von Jörg Elias Ehrung und Dank: „Seine Vorträge waren bei den Gästen sehr beliebt und stets eine feste Säule in unserem Programm“, sagte der Veranstaltungsleiter des Insel Sylt Tourismus-Service (ISTS).

Aber auch andere hatten gute Gründe, dem ebenso geradlinigen wie engagierten Verfechter des Küstenschutzes Dank abzustatten. So sammelte er für den Sylter Heimatverein Söl’ring Foriining im Laufe der Jahrzehnte über 250 000 Euro an Spenden ein. „Uwe war ein Glücksfall, sein Einsatz unglaublich“, würdigte der Foriining-Vorsitzende Jürgen Ingwersen den Jubilar anlässlich seines 90. Geburtstags.

Auch für Helge Jansen, den Vorsitzenden der Stiftung Küstenschutz Sylt, wird Uwe Sönnichsen unvergessen bleiben: „Er gehörte zu den engagierten Gründungsmitgliedern unserer Stiftung, sensibilisierte durch seine Vorträge zahllose Menschen und unterstützte die Stiftung immer gerne mit Spenden.“

Viel Engagement, viele Funktionen, viele Ehren: Uwe Sönnichsen agierte unter anderem auch als Vorsitzender des Küstenschutz-Ausschusses im Nordfriesischen Verein sowie als Mitglied im Küstenschutz-Ausschuss der Söl’ring Foriining.

Von beiden Vereinen wurde der verdiente Niebüller zum Ehrenmitglied ernannt, bereits 1988 war er mit der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland dekoriert worden. Vor drei Jahren erfuhr Sönnichsen zudem eine besondere Würdigung des CDU-Ortsverbands Niebüll für seine 65-jährige Parteimitgliedschaft.

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