Albert Schindehütte auf Sylt : Ein Künstler - drei Ausstellungen

Albert Schindehütte führt in seiner Werksschau die Betrachter seiner Kunst in geheimnisvolle Sphären ein.  Fotos: Lorkowski
Albert Schindehütte führt in seiner Werksschau die Betrachter seiner Kunst in geheimnisvolle Sphären ein. Fotos: Lorkowski

Werke von Albert Schindehütte sind ab Mittwoch an verschiedenen Orten auf der Insel zu sehen.

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02. September 2018, 14:36 Uhr

Seine Bilder haben es in sich, denn sie fordern den Betrachter. Einerseits regen sie die Fantasie an, lassen Raum für so verschiedene Mutmaßungen. Andererseits mag auf Anhieb der Zugang gelingen. Insbesondere Kindern ebnet der Künstler den Weg zu so manchem Werk. Etwa mit seinen farblich fein abgestimmten Aquarellen zu Motiven aus der Märchenwelt. So lassen sich der „Gestiefelte Kater“ oder „Alice im Wunderland“ unschwer ausmachen. Zumal der Künstler hin und wieder durch seine konkrete Betitelung dem Betrachter auf die Sprünge hilft.
Bei den ungemein ausdrucksstarken Holzschnitten dagegen sollte der Betrachter am besten mit seiner Begleitung in einen Dialog treten. So mag der historisch Bewanderte etwa beim Stichwort „Der Wandervogel“ eher an jugendbewegte Zeiten zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts als an eine Fantasiegestalt denken. Was aber ist gemeint?

Zu sehen sind unter anderem farblich fein abgestimmte Aquarelle zu Märchenthemen.
Zu sehen sind unter anderem farblich fein abgestimmte Aquarelle zu Märchenthemen.

Der uns solcherart mit Lithographien, Radierungen, Holzschnitten und Zeichnungen herausfordert, ist kein anderer als der 79-jährige gebürtige Nordhesse Albert Schindehütte. Der heute im Hamburgischen Beheimatete ist mit einer umfassenden Werkschau ab kommenden Mittwoch, 5. September, auf Sylt gleich an drei verschiedenen Orten zu sehen - und zu ergründen. Neben der Galerie von Cornelia Kamp in Keitum präsentiert Schindehütte seine Werke zeitgleich und bis Mitte November im Keitumer Hotel Benen-Diken-Hof sowie im Wenningstedter Haus am Kliff.

„Des Raben Wunderhorn“ ist die Präsentation betitelt, die, wie sollte es bei diesem Künstler anders sein, einerseits an den Titel der berühmten Liedersammlung der Romantiker Clemens Brentano und Achim von Arnim („Des Knaben Wunderhorn“) erinnert. In ihrer Verfremdung jedoch will sie wohl in recht geheimnisvolle Sphären entführen, in der es von geheimnisvollen Wesen nur so wimmelt.

Schindehütte, bekannt insbesondere für seine Holzschnitte, hat in Kassel einst Gebrauchgrafik an der Werkkunstschule studiert. Manches Buch verdankt ihm seine schmucke Bebilderung. Manches Gedicht Peter Rühmkorfs erschloss sich dem Leser dank des Künstlers Illustration dazu. Die Märchenwelt der Gebrüder Grimm mag besonders für einen hessischen Künstler darüber hinaus Schaffensanreiz gewesen zu sein.

Wie auch immer: Kunstinteressierte sind mit Septemberbeginn zu einer „Kunstrallye“ kreuz und quer über die Insel eingeladen. Und da sich ja erfahrungsgemäß menschliche Eindrücke und Gedanken im Zuge von Bewegung und Mobilität ordnen und zur Klarheit gelangen, mögen die drei Ausstellungsstationen mehr als hilfreich sein, Albrecht Schindehütte und seiner Kunst auf die Fährte zu kommen.

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