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Sylter Köpfe : Ein Inselkind mit Abenteuerdrang

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Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Kirstin Dobrot hat die Marke Inselkind erfunden und spricht in dieser Folge der Serie Sylter Köpfe über Freiheit, Kreativität, Glück und Sylt.

von
erstellt am 16.Aug.2013 | 03:09 Uhr

Sylt | Blond, zierlich , mit extrem blauen Augen sieht Kirstin so aus, dass man sie sich auch gut auf einem Werbeposter für Sylt vorstellen könnte. Eine Sylter Deern, für die die Insel zwar immer Herzens-Zuhause blieb, die für sich aber auch ganz viele andere Heimaten ausprobieren wollte. Vier Worte fallen bei Kirstin Dobrot besonders häufig, wenn sie aus ihrem Leben erzählt. Vier Worte, die eigentlich abgegriffen wirken, die sie aber so mit Leben füllen kann, dass sie bei ihr authentisch klingen: Freiheit, Kreativität, Glück und Sylt.

Freiheit - Das Gefühl, dass sie mit ihrer Kindheit in Munkmarsch verbindet, buddeln im Watt, Ausritte mit dem Pony. Und die Freiheit, Sylt nach dem Realschulabschluss erst einmal verlassen zu können, in Hamburg die Fachhochschulreife nach zu machen, zu studieren. In ihren 20ern in London und Kapstadt zu wohnen und dort als Grafikerin zu arbeiten. Das Leben in einer Metropole kennen zu lernen, andere Mentalitäten, erst einmal raus in die Welt stürmen: "Ich hatte immer diesen Abenteuerdrang in mir, wusste aber die ganze Zeit, dass ich irgendwann einmal wieder auf die Insel zurück komme, dass ich hier auch meine Kinder groß ziehen würde." Freiheit symbolisiert für die 43-Jährige auch das Emblem ihrer Marke Inselkind: An Sweatshirts, T-Shirts oder Kettchen fliegt eine Möwe vor Wellen und Sonnenuntergang.

Kreativität - Inselkind wurde mit Sohn Tay geboren, den Kirstin mit ihrem Mann Angelo Schmitt vor zwölf Jahren bekam. Die Marke wuchs mit dem Jungen, der den friesischen Namen für Sprössling trägt, mit: Zunächst nähte und bedruckte Kirstin Babybodies für sich und für Hamburger Bekannte, dann wurden die kleine Kollektionen in verschiedenen Boutiquen auf der Insel verkauft. Seit drei Jahren gibt es nun den Inselkind-Laden in Westerland. Zur Idee für ihre Marke, sagt Kirstin, habe sie auch ihre Mutter inspiriert. Die betrieb über zehn Jahre einen Wollladen in Westerland, in dem sie auch eigene Pulloverkreationen verkaufte. Heute strickt sie die bunten Inselkind-Wollmützen.

Um selbst weiter bunt denken zu können, muss Kirstin gelegentlich von Sylt weg: "Manchmal habe ich diese Sehnsucht nach mehr. Ich brauche einfach regelmäßig Inspiration von außen."

Glück - "Für mich war es ein Glück, dass ich den richtigen Mann an meiner Seite gefunden habe." Sie und Angelo Schmitt lernten sich kennen, als Kirstin mit 29 für einen Sommer zum Arbeiten auf die Insel zurück kam. Die beiden Insulaner verliebten sich "ganz doll" - nun haben die beiden nicht nur eine Familie zusammen aufgebaut, zu der seit vier Jahren auch Tochter Joy Nixi gehört, sondern ihre beiden Interessen unter dem Inselkind-Dach zusammengefügt: Seine Surf-Marke und ihre Mode. Angelo, der in Hörnum eine Surfschule betreibt, lernt dort regelmäßig Werbefachleute kennen, die den beiden Tipps geben wollen, wie die Marke Inselkind schneller wachsen könnte. "Aber wir wollen das in unserem Tempo machen, Inselkind soll authentisch bleiben. Denn für uns ist dieses kleine Universum total wichtig." Wenn sie über ihren Mann spricht, strahlt Kirstin. Der leidenschaftliche Wellenreiter ist im Surf Club Sylt aktiv, kümmert sich dort um die Jugendarbeit.

Sylt - "Ich bin stolz auf Angelo, weil er sich ehrenamtlich so für die Insel engagiert. So eine Jugendarbeit für Kinder von der Insel gab es zu meiner Schulzeit nicht." Für Kirstin gibt es auch positive Entwicklungen auf der Insel - ganz abgesehen davon, "dass der Immobilienboom ein wirkliches Drama ist." Für sie wäre es ein wichtiger Schritt, "dass die Leute, die sich mit Sylt verbunden fühlen, hier ihre Wurzeln wieder austreiben lassen." Dass ihr Inselkind sowohl von Gästen als auch von Syltern getragen wird, die sich so an ihren Sylt-Urlaub erinnern können, freut sie. Und dass ihre eigenen Inselkinder hier aufwachsen dürfen, "ist für mich wirklicher Luxus".

 

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