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Öffentliche Toiletten auf Sylt : Ein Geschäft mit dem Geschäft

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Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Der ISTS ist der größte Träger öffentlicher Toiletten. Auch die Gemeinde Sylt betreibt einige WC-Anlagen, allerdings vielleicht nicht mehr lange.

shz.de von
erstellt am 04.Feb.2015 | 05:16 Uhr

Stille Örtchen gibt es auch in der lauten Hochsaison in der Gemeinde Sylt einige. Nach einer Liste der Verwaltung stehen Syltern und Gästen insgesamt 33 öffentliche WC-Anlagen im Bereich der größten Inselgemeinde zur Verfügung. Diese werden von unterschiedlichen Trägern bewirtschaftet und unterhalten, der größte Träger ist dabei der Insel Sylt Tourismus-Service (ISTS): „Insgesamt betreiben beziehungsweise versorgen wir 20 öffentliche Toilettenanlagen“, sagt Kristina Kreiss, Sprecherin des ISTS, „davon befinden sich zehn in Westerland, acht in Rantum und zwei im Gebiet Sylt Ost.“ Wenig überraschend sei, so Kreiss, dass die am meisten frequentierte Toilette die Anlage an der Westerländer Promenade sei.

Einige der öffentlichen Toiletten, wie etwa die Anlage in der Neuen Straße und in der Stephanstraße (Alter Kursaal) werden von der Gemeinde Sylt/KLM getragen und unterhalten. Doch das soll sich, wenn es nach der Gemeinde geht, bald ändern: Wie aus einem Bericht des Hauptausschusses aus seiner Sitzung am 27. Januar hervorgeht, möchte die Gemeinde die Bewirtschaftung der WC- Anlagen vereinheitlichen und komplett in die Hände des ISTS geben.

Die Begründung für den Wunsch nach einer einheitlichen Bewirtschaftung sei die vornehmlich touristische Nutzung der WC-Anlagen. In dem Bericht heißt es, dass besonders die Toiletten in der Stephanstraße touristisch genutzt werden, vor allem durch die Tagestouristen, die vom Busparkplatz an der Johann-Möller-Straße direkt die Toiletten am Rathaus aufsuchen würden.

Auch andere öffentliche WC-Anlagen im Gemeindegebiet, die durch die Gemeinde Sylt und KLM betreut werden, wie die Einrichtungen am Parkplatz am Ortseingang Keitum, im Muasem Hüs und dem Gemeindehaus Tinnum, sollten aus Sicht der Verwaltung dem Wirtschaftsgut des ISTS zugeordnet werden.

Die Gemeinde könnte durch die Abgabe der Zuständigkeit Einsparungen verzeichnen: Die Kosten der Verwaltung für die Bewirtschaftung und Unterhaltung der zwei WC-Anlagen in der Neuen Straße und in der Stephanstraße belaufen sich auf jährlich rund 100  000 Euro, davon machen mit 68    600 Euro die Personalkosten den größten Teil der Gesamtkosten aus.

Den Anstoß, die wirtschaftliche Zuordnung sowie die Betriebsart der Anlagen zu überdenken, gab die geplante Verlegung der Toilettenanlage Neue Straße in den Gebäudekomplex der Neuen Mitte (wir berichteten). Bisher steht das vor allem in der Saison stark frequentierte Toilettenhäuschen am Rande der Baustelle des geplanten Gebäudes. Nach dem Bau sollen die WC-Anlagen in das neue Gebäude integriert werden und einen öffentlichen und barrierefreien Zugang haben.

Eine Entscheidung, ob die Toiletten tatsächlich in Zukunft einheitlich vom ISTS betrieben werden, gibt es noch nicht. „Nach Vorlage von Details werden wir den Gedanken im Hinblick auf Machbarkeit und Ergebnisauswirkung prüfen und das Ergebnis unseren Organen zur weiteren Diskussion vorlegen. Erst dann wird entschieden werden können“, erklärt Peter Douven vom ISTS, und auch Petra Reiber, Bürgermeisterin der Gemeinde Sylt, sagt: „Hier müssen noch viele Fragen geklärt werden. Ein Wirtschaftsprüfer, den der ISTS beauftragt hat, wird dazu zunächst ein Gutachten erstellen, dann sehen wir weiter.“

Schaut man sich die Bewirtschaftung der öffentlichen Toiletten in anderen Gemeinden, die hauptsächlich vom Tourismus leben, an, ergibt sich kein einheitliches Bild: In den Ostsee-Orten Timmendorfer Strand und Scharbeutz sind jeweils die Gemeinden Träger der Anlagen, im Ferienort Grömitz ist es der Tourismus-Service, der die 18 öffentliche WC-Einrichtungen unterhält und betreibt.

 

 

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