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Sylter Landschaft : Ein Genuss für Auge und Ohr

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Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Nicht nur die Sylter Weststrände laden zu langen Spaziergängen ein, auch in Watt, Heide und den Wiesen gibt es viel zu entdecken / Vor allem eine vielfältige Flora und Fauna

shz.de von
erstellt am 03.Apr.2015 | 05:30 Uhr

Das stimmfreudige „kak kak kak“ der Nonnengans, das vom „kip kip kip“ über ein „kliklikliklikli“ bis zum blubbernden „prrrr“ gehenden Singen des Austernfischers und der schnarrende Quak-Ruf der Kreuzkröte: Wer sich über die Ostertage zu einem Spaziergang durch Heide, Watt und Wiese entscheidet, gönnt sich nicht nur ein Erlebnis für die Augen, sondern kann bei genauem Hinhören die Geräusche der artenreiche Tierwelt der Insel kennen lernen.


Im Watt


Aufmerksame Watt-Spaziergänger können in diesen Tagen unter anderem die Eier von verschiedenen Watt-Würmern entdecken, die nur im Frühling zu sehen sind. „Die Eier vom Kiemenringelwurm sind schleimig und sehen aus wie rötlich-brauner Wackelpudding“, erklärt Silke Lieser vom Erlebniszentrum Naturgewalten in List, „die Eier des getupften Plattwurms dagegen sind eher grün und schleimig, also wie Waldmeister-Wackelpudding.“

Ein Vogel, den Spaziergänger im Wattenmeer sehen und hören können, ist der Austernfischer. Er ist ein Küstenvogel, der am liebsten in unmittelbarer Ufernähe brütet, denn dort können die Jungvögel am leichtesten ihr Futter finden. Seine lauten Rufe und die auffallende Trillerbalz sind im Watt fast immer zu hören.

Auch die ersten Knutts konnten laut Lieser auf der Insel bereits gesichtet werden. Dieser amselgroße Vogel ist ein besonders geselliges Exemplar und stets in Trupps bei der Nahrungssuche oder in riesigen Schwärmen anzutreffen.

Eher scheu ist dagegen die Pfuhlschnäpfe, die man am besten an seinem langen, leicht nach oben gebogenen Schnabel erkennt.

Eine weitere Entdeckung im Watt könnte ein toter Meerringelwurm sein. „Wenn die Wassertemperatur im Wattenmeer sechs Grad erreicht hat, kommen beim nächsten Voll- oder Neumond die männlichen Würmer nachts zur Meeresoberfläche geschwommen“, erklärt Katharina Laage von der Schutzstation Wattenmeer in Hörnum. Dann geben die Tierchen, die bis zu 40 Zentimeter groß werden können, große Mengen von Spermien ab, die zum Meeresgrund hinabfallen und dort die Eier der Weibchen befruchten. Nach diesem „Akt“ sterben die Männchen, werden an die Küste gespült und können von Watt-Spaziergängern gefunden werden.

In den Morgen- und Abendstunden sind auch die Kreuzkröten vereinzelt zu hören, denn auch die Krötenwanderung hat wieder begonnen. Der Balzruf der Männchen ist bis zu zwei Kilometer weit hörbar und weist den laichbereiten Weibchen den Weg zu den Laichgewässern.


In der Heide


Ein Spaziergang durch die Sylter Heidelandschaft ist laut Margit Ludwig auch im Frühjahr ein optisches Highlight der Insel. „Auch wenn dort noch nichts blüht“, so die Geschäftsführerin der Naturschutzgemeinschaft Sylt, „die schönen Erdtöne zusammen mit dem weiten Blick in die Ferne und aufs Wattenmeer sind immer einen Spaziergang wert.“

Die Vogelvielfalt der Insel ist in der Heide besonders gut zu erleben. Dort brütet unter anderem der Wiesenpieper. Er ist knapp 15 Zentimetern groß, hat eine graue Färbung und die Brust ist etwas gelblich und zart gestreift. Auch wenn man ihn nicht sofort sieht, gut zu hören ist der Wiesenpieper allemal: Sein Lockruf ist ein scharfes „ist“ oder „ististist“, in der Nestnähe oft langanhaltend und monoton „tlitlitli“. Sein Gesang, den er in kurzen Singflügen vorträgt, ist hoch und dünn.

Bei einem Spaziergang durch die Heide sollten Hundebesitzer laut Ludwig allerdings unbedingt an die Leinenpflicht denken, da bereits Brut- und Setzzeit ist.

 


Auf den Wiesen


Auf den Wiesen Richtung Morsum sind zur Zeit viele Graugänse zu beobachten, aber auch Ringel- und Nonnengänse haben sich auf ihrer langen Reise vom Süden auf der Insel eingefunden. Außerdem gibt es viele Lämmer, die vor allem bei Kindern für Begeisterung sorgen.

Die Wetteraussichten für einen Spaziergang an den Ostertagen sind übrigens hervorragend. Laut wetterwelt.de kann sich die Insel besonders am Ostersonntag auf einen sonnigen und regenfreien Tag freuen, an dem die Temperaturen sogar die lang ersehnten zehn Grad erreichen. Auch die Aussichten für den Ostermontag sind vielversprechend: Der Wind soll sich legen und die Sonne recht intensiv scheinen. Einem Spaziergang an diesem Wochenende steht also nichts mehr im Wege. Nur am heutigen Sonnabend könnten noch wenige Tröpfchen vom Himmel fallen.

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