11. bis 31. Oktober : Ein "Fuchs" führt durch seinen Bau

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Faszinierend: Fuchsbau-Labyrinth.

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04. Oktober 2010, 07:45 Uhr

Kampen | Versteckt hinter Bäumen verbirgt sich am Möwenweg 2 in Kampen ein fantastisches Reich: Der "Fuchsbau", Refugium und Atelier von Anatol Buchholtz (82). 1958 begann der Bildhauer und Architekt mit dem Bau dieses Hauses, dessen verschlungene Räumlichkeiten tatsächlich an eine Tierhöhle erinnern. In den Siebzigern und Achtzigern kamen hier namhafte Vertreter der Kunstszene auf einen Sprung vorbei, so wie Günter Grass. "Die beiden Mädchen auf dieser Zeichnung sind seine Töchter", sagt Buchholtz und deutet auf eine Radierung im Innern des Fuchsbaus.

Es waren Jahre, in denen Buchholtz fleißig Häuser in Kampen baute und - der Künstler ist ein ausgesprochener Tierfreund - bei der Gründung des Sylter Tierheims kräftig mitmischte. Später wurde es ruhig um den aus Pommern stammenden Mann und sein bizarres Domizil. Die Zeit des Dornröschenschlafs ist nun erst einmal vorbei. Vom 11. bis 31. Oktober öffnet Buchholtz die breite, kunstvoll geschnitzte Holzpforte des Fuchsbaus für die Öffentlichkeit. Dahinter schlängelt sich ein Skulpturenpfad durch Garten und Haus. Die Augen von in Bronze gegossenen Hunden, Bären und Kätzchen verfolgen den Besucher auf Schritt und Tritt. Man geht vorbei an metallisch-glänzenden Frauenkörpern, die sich an den Wänden des Fuchsbaus emporstrecken, an einer Serie von Keramiken, die Buchholtz "Pompeji" nennt. "Das sind Arbeiten, die ich zertrümmert und neu zusammengesetzt habe", erklärt der Exzentriker.

Von den Wänden aus beäugen Aktskizzen das Geschehen. "Mir liegt etwas an hübschen Damen", gesteht Buchholtz während des Rundgangs, bei dem eine aus Ton modellierte Gedenkstehle für seine im Januar 2009 verstorbene Frau Getrude auffällt. Was Wohn- und was Arbeitsbereich ist, verschwimmt. Selbst die Möbel im Stil der sechziger Jahre scheinen Teil des musealen Streifzugs durch den Fuchsbau. Die Gemeinde Kampen unterstützt Buchholtz Bestrebungen, sein Refugium für Besucher zu öffnen. Kurdirektorin Birgit Friese: "Der Fuchsbau soll Begegnungsstätte und Stopp auf dem Kampener Kunstpfad werden." Buchholtz, der lange Hochschuldozent für Architektur war, stimmt zu: "Hier soll Leben entstehen, Menschen sollen lernen und arbeiten können", träumt der Lehrer Buchholtz und der Architekt Buchholtz fügt hinzu: "Und ich will, dass dieses Haus nicht abgerissen wird, wie es in Kampen mit Häusern passiert, die wesentlich jünger sind als meins."Der Fuchsbau ist vom 11. bis 31. Oktober täglich außer mittwochs von 10 bis 12 und 15 bis 18 Uhr geöffnet. Durch Haus und Garten führt der Worpsweder Künstler Thomas Landt. Sonntags steht Buchholtz (15 Uhr) für Ateliergespräche zur Verfügung.

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