Sylter Mensch des Jahres : Ein Forum für stilles Engagement

Renate Brinkmann
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Renate Brinkmann

Die Sylter Rundschau sucht den Mensch des Jahres 2013. Bürgermeisterin und Jury-Mitglied Petra Reiber ruft zur Abstimmung auf und hebt die Bedeutung von Ehrenamtlern für die Insel hervor.

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01. November 2013, 17:37 Uhr

Seit zwei Wochen läuft die Abstimmung zum Sylter „Mensch des Jahres“ der Sylter Rundschau. Bislang beteiligten sich 320 Leser an der Wahl und ein Kandidat hat derzeit klar die Nase vorne: Er kann bisher 60 Prozent der Stimmen auf sich vereinen und liegt damit deutlich vor dem momentan Zweitplazierten mit 21 Prozent der Stimmen. Noch ist aber noch nichts entschieden – bis einschließlich Mittwoch, 13. November, kann noch auf vielfältige Weise abgestimmt werden (siehe Infokasten).

Bei der Aktion geht es aber nicht nur darum, den Sylter „Mensch des Jahres“ zu küren, sondern auch darum, dem Engagement, das sonst oft nur unsichtbar für die Öffentlichkeit hinter verschlossenen Türen statt findet, ein Forum zu geben. Das findet auch Jury-Mitglied und Bürgermeisterin Petra Reiber. „Viele Menschen, die sich auf Sylt ehrenamtlich engagieren, wirken im Stillen. Trotzdem wünschen sie sich Anerkennung – auch wenn sie nicht die Eitelkeit haben, diese aktiv einzufordern“, erzählt sie.

In 23 Jahren als Bürgermeisterin habe sie viele Menschen kennen gelernt, die jahrzehntelang im Verborgenen Gutes tun. Reiber erhofft sich von der Ehrung des „Mensch des Jahres“ auch einen Vorbildcharakter für andere. „Es wäre schön, wenn sich Menschen davon inspirieren lassen, sich ebenfalls für andere einzusetzen.“ Denn ohne den Einsatz für die Allgemeinheit würde ihrer Meinung nach vieles nicht funktionieren. „Ohne ehrenamtliche Politiker könnte die Bürgermeisterin keine Beschlüsse umsetzen und die Leute von der Freiwilligen Feuerwehr riskieren ihre Gesundheit und ihr Leben, um die Sicherheit von uns allen zu gewährleisten.“ Erst das soziale Engagement ermögliche die Infrastruktur, die es derzeit auf der Insel gäbe. „Gerade hier hat das Ehrenamt eine große Bedeutung. Das hat man jetzt auch wieder beim Orkan gesehen, als Feuerwehr und DRK Tag und Nacht gearbeitet und unglaublich viele Stunden abgeleistet haben – das kann man gar nicht hoch genug wertschätzen.“

Dabei müsse man sehen, dass die Menschen für das Wohl Anderer ihre Freizeit oder ihren Ruhestand opfern würden. „Dabei kann diese Arbeit auch richtig an die Nerven gehen. Wer sich sozial engagiert, erlebt auch Fälle und Schicksalsschläge – und die prallen von den Ehrenamtlichen ja nicht einfach ab.“

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