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Ein engagierter, nobler Beobachter der Insel

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Zum Tod von Jörg Christiansen

shz.de von
erstellt am 16.Apr.2014 | 08:08 Uhr

Journalisten dürfen nicht schreiben, dass ihnen die Worte fehlen. Doch angesichts des plötzlichen, unerwarteten Todes unseres Kollegen Jörg Christiansen versagt einem schon die Tastatur des Computers die Sprache, die es bräuchte, das Schmerzhafte, Unfassbare angemessen auszudrücken.

Mit Jörg Christiansen verliert die Sylter Rundschau viel mehr als ihren langjährigen Redaktionsleiter. Mit ihm, der in wenigen Tagen gerade mal 51 Jahre alt geworden wäre, verliert unser Haus einen Kollegen, der vielen von uns ein Freund und kluger Ratgeber war. Ein Journalist mit Ethos und Engagement, ein gebildeter, empfindsamer Beobachter und Berichterstatter seiner Insel.

Auf Sylt zu arbeiten, hieß für Jörg auch für (!) Sylt zu arbeiten. Für dieses besondere Eiland, das er als gebürtiger Hamburger mit nordfriesischen Familienwurzeln, leidenschaftlich geliebt hat, schrieb er als profilierter Kenner über die wahrlich komplexen Insel-Verhältnisse. Als meinungsstarker Publizist verlor er dennoch nie den objektiven Blick, die Fähigkeit, die Dinge abzuwägen, die widerstreitenden Positionen dieser Ausnahme-Insel und ihrer Akteure genau zu analysieren.

Auf Sylt eine Zeitung zu machen, noch dazu die einzige Tageszeitung der Insel, ist Verantwortung, Herausforderung und Freude zugleich. Jörg Christiansen hat seine Arbeit als leitender Redakteur genau so empfunden und betrieben. Es ist eine Arbeit, die oft nicht nach Dienstzeiten und Privatleben fragt, sondern fordert. Als Journalist ist man nicht nur der Berichterstatter von Ereignissen, Hintergründen und Akteuren. Man ist auch selbst eine öffentliche Person. Eine, die gemocht und geachtet, aber auch schon mal abgelehnt und vehement kritisiert wird. Je nach Standpunkt und Interessen. Furchtlos und charakterstark, aber auch klar, verbindlich und zuverlässig sollte ein guter Journalist sein. Jörg Christiansen war so einer.

Junge, neu in den Beruf einsteigende Kollegen haben ihn deshalb sehr geschätzt, seinen Rat gesucht, seine Professionalität ebenso bewundert wie seine Integrität. Vor allem aber war Jörg ein warmherziger, zugewandter, hilfsbereiter und fördernder Kollege, dem weder Eitelkeit noch Egoismus eigen waren.

Die Redaktion der Sylter Rundschau verliert mit Jörg deshalb viel mehr als eine wichtige journalistische Säule. Wir müssen mit ihm einen Menschen hergeben, den wir sehr, sehr gemocht und geschätzt haben. Einen, der im Herzen eines jeden von uns seinen festen Platz behalten wird!

Sylt verliert mit Jörg Christiansen einen engagierten, noblen Beobachter.

Was seine Familie mit ihm als Ehemann und Vater verliert, wage ich kaum zu ermessen. Ihr gilt unsere tief empfundene Anteilnahme an dem einschneidenden Verlust durch den viel zu frühen Tod eines besonderen Menschen.



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