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Künstlerdorf : Ein echter Sprotte eröffnet Kampens "Stillen Kunstpfad"

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Mit einem Zitat des 50 Jahre lang in Kampen wirkenden Malers Siegwart Sprotte (1913-2004) wurde gestern in Kampen das Projekt "Stiller Kunstpfad" eröffnet. Bis 2010 sollen insgesamt 30 Metallstelen mit Zitaten bekannter Künstler im Dorf aufgestellt werden.

Kampen | "Die Kunst ist kein Lückenbüßer, sie ist eine Lebensnotwendigkeit." Dieses Zitat des Künstlers Siegward Sprotte (1913-2004) hob den "Stillen Kunstpfad" gestern aus der Taufe: Es ziert die Tafel der ersten Stele, die unmittelbar vor der Galerie Sprotte in der Alten Dorfstraße platziert wurde.
Zwei Jahre Planung

Zwei Jahre intensive Planung gingen dem kleinen Festakt voraus: Kampens Tourismusdirektorin Birgit Friese, Galeristin Cosmea Sprotte und Gästeführer Falk Eitner wählten während dieser Zeit die geeigneten Künstler und passende Zitate für die Gedenkstelen aus, während sich deren Gestaltung die Gemeindevertreter Robert Morell und Conny Hansen annahmen.

Die etwa 1,30 Meter hohen Stelen wurden vom Kampener Metallbauer Robert Morell aus Edelstahl genietet ("eine gewisse Assoziation zu einer Buhne ist beabsichtigt"), während ein Bremer Schiffsbauer die Tafeln mit Bronzeguss fertigte. "Uns war es wichtig, dass die Materialien Generationen überdauern", unterstrich Morell.
Insgesamt 30 Stelen in den nächsten zwei Jahren

Binnen der nächsten drei Wochen sollen im Dorf insgesamt zehn Gedenkstelen vor Häusern ihren Platz finden, in denen bekannte Künstler lebten oder aber zu Besuch weilten: Neben Siegward Sprotte sind dies die Maler Albert Aereboe, Otto Eglau und Emil Nolde, die Verleger Ferdinand Avenarius, Ernst Rowohlt und Peter Suhrkamp, der Literat Thomas Mann, die Tänzerin Valeska Gert und die Kammersängerin Emmi Leisner.

"Unser langfristiges Ziel ist es, insgesamt 30 Stelen aufzustellen - zehn weitere 2009 und zehn im darauf folgenden Jahr", stellte Birgit Friese in Aussicht. Sie gab ihrer Hoffnung Ausdruck, dass der "Stille Kunstpfad" insbesondere jüngere Gäste auf jene Zeit hinweise, in der zahlreiche Kulturschaffende Kampen für sich entdeckten.
Weitere Gönner willkommen

Die Finanzierung des Projekts wird vorrangig durch die Galerie Sprotte getragen. "Meinem Vater war es ein Bedürfnis, sich bei dem Ort zu bedanken, an dem er ein halbes Jahrhundert lang gewirkt hat. Meine Mutter und ich setzen dies nun um und ich bin mir sicher: Diese Idee hätte meinem Vater sehr gefallen", erklärte Armin Sprotte.

Stolze 22 000 Euro Erlös brachten die Versteigerungen von vier Werken Siegward Sprottes in diesem und dem vergangenen Jahr ein, eine neue Auktion hat nun begonnen (siehe Kasten). Darüber hinaus werden vier Metallstelen von Privatpersonen gesponsert - weitere Gönner, so Birgit Friese, seien herzlich willkommen.

Sprotte-Versteigerung
Für den weiteren Ausbau des „Stillen Kunstpfades“ stellt die Galerie Sprotte nun erstmals ein Ölgemälde zur Verfügung: Das Werk „Bekenntnis zur Gegenwart“ aus dem Jahre 1999 hat einen Schätzwert von 19 500 Euro. Gebote ab 9 500 Euro werden in der Galerie Sprotte und beim Tourismus-Service Kampen entgegen genommen. „Vielleicht ja das ideale Weihnachtsgeschenk für einen Kunstsammler“, hofft Tourismusdirektorin Birgit Friese. (fd)

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erstellt am 13.Nov.2008 | 07:15 Uhr

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