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Sylter Rundschau

22. Oktober 2017 | 05:06 Uhr

Sölring Museen : Ein Bild mit Geschichte

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Die Fielmann-Stiftung schenkt dem Sylter Heimatmuseum ein Gemälde von 1926, das auf einer Auktion in Wien aufgetaucht ist

von
erstellt am 06.Apr.2017 | 04:31 Uhr

Alexander Römers Augen leuchten, als er das das in Gold eingerahmte Bild betrachtet, in dessen Besitz das Heimatmuseum Sylt seit neuestem ist. Es handelt sich um das Gemälde mit dem Titel „Die Sturmflut von Fritz Lehmann. Uraufführung, Westerland 1926“ von dem Maler Hugo Köcke. „Der Titel ist sperrig lang, aber bringt das Motiv auf den Punkt“, sagt der Leiter der Sölring Museen.

Dass er es einmal in den Händen halten kann, damit hätte der Museumsleiter nicht gerechnet: Das Bild sei auf einer Auktion in Wien aufgetaucht. „Wir waren erstaunt, dass noch andere Bieter bei der Auktion mitgesteigert haben, da es sich ja doch um ein spezielles Motiv handelt“, sagt Römer.

„Für 3000 Euro haben wir den Zuschlag bekommen und dann kommen noch zahlreiche Aufpreise dazu.“ Für 4200 Euro ist das Bild schließlich nach Sylt gekommen. Die Fielmann-Stiftung hat den Kauf finanziert und das Bild dem Heimatmuseum geschenkt.

Für den Museumsleiter ist vor allem das Motiv etwas ganz besonderes: „Das Bild ist nicht nur von kunsthistorischem Wert, sondern besonders auch ein kulturhistorisches Zeugnis besonderer kultureller Sylter Aktivitäten“, sagt er. Denn das Gemälde zeigt das Theaterstück „Die Sturmflut“, das unter freiem Himmel 1926 in den Westerländer Dünen uraufgeführt wurde. Das Stück schrieb der Schauspieler Fritz Lehmann, Mitbegründer des Vereins „Sylter Winterspiele“ und die Handlung spielt 1362, als die „Grote Mandrenke“ auf Sylt und an der gesamten deutschen Nordseeküste zahlreiche Menschenleben forderte. „Es ist eine ganz dramatische Geschichte“, sagt Römer, der das Stück bereits gelesen hat. „Aber es ist auch auf gewisse Weise mystisch. In dem Theaterstück spielt Ekke Nekkepenn mit, König Wotan ist ein Thema, König Finn...“

Alexander Römer ist noch dabei, die Hintergründe zu dem Gemälde herauszufinden. In einem Buch habe er aber bereits eine alte Fotografie gefunden, die die Situation auf dem Gemälde zeigt – allerdings aus einer anderen Perspektive. Und das Foto zeigt, dass sich der Maler Köcke detailgetreu an das Gesehene gehalten hat: Die Hütte, das Feuer, das Pferd und der Pfarrer, alles das zeigt das Foto wie Köcke es gemalt hat. „Spannend ist die Angabe unter dem Foto, dass 1500 Zuschauer das Stück gesehen haben“, sagt Römer.

Dass es auf Sylt eine Tradition der Freilichttheater etwa im Stil der heutigen Karl-May-Festspiele gab, weiß Sven Lappoehn, Geschäftsführer der Söl’ring Foriining. „Schon Ende des 19. Jahrhunderts führten die Sylter Theaterstücke unter freiem Himmel auf. Da war der Tourismus auf der Insel ja noch sehr überschaubar und die Menschen haben für sich und ihre Bekannten gespielt“.

Günther Fielmann unterstützt seit Jahren Stadt- und Heimatmuseen, Kreis- und Stadtarchive, Geschichts- und Fördervereine regionaler Sammlungen sowie Kulturinstitutionen unterschiedlichster Art und vielfältigster Ausrichtung mit großzügigen Schenkungen, vor allem in Schleswig-Holstein. Auch die Sölring Museen werden seit vielen Jahren von der Stiftung mit ausgewählten Exponaten unterstützt oder die Stiftung ermöglicht Restaurierungen.

Für den Museumsleiter eine besondere Freude: „Mit der Schenkung an das Sylter Heimatmuseum wird nicht nur die Sammlung mit den Bildern eines bedeutenden Sylter Malers bereichert.“



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