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Dan Wilde singt auf Sylt : Ein besonderes Geburtstagsgeschenk

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Der britische Sänger und Liedermacher Dan Wilde trat in der Lebenshilfe auf – und erfüllte damit der 28-jährigen Janna Zilz einen großen Wunsch.

shz.de von
erstellt am 27.Jan.2014 | 06:00 Uhr

Mit seiner samtweichen Stimme, seiner fröhlichen, unbekümmerten Art und seinen humorvollen Anekdoten hatte Dan Wilde sein Publikum sofort auf seiner Seite. Der junge Sänger und Liedermacher aus dem britischen Canterbury trat am Freitag in den Räumen der Lebenshilfe auf und verzauberte Bewohner und Besucher gleichermaßen.

„Hier ist ja fast ganz Westerland in diesem Raum“, freute sich Dan Wilde und begrüßte die rund hundert Zuhörer auf Deutsch, bevor er wieder zu seiner Muttersprache wechselte – „ich spreche nicht gut Deutsch, aber dafür ziemlich gut Englisch“ – und dem Geburtstagskind des Abends gratulierte. Die 28-jährige Janna Zilz war nämlich der eigentliche Grund, warum der Musiker nach Sylt gekommen war. Sein erstes Konzert im Sommer vergangenen Jahres im Buchhaus Voss hatte Zilz verpasst, war aber durch die CD, die ihr ihre Eltern mitgebracht hatten, ein „Riesenfan“ geworden, wie Veranstalterin Dagmar Brudnitzki erzählte. „ Deshalb habe ich Dan Wilde einfach für Jannas Geburtstag eingeladen“, so Brudnitzki. „Sie sitzt im Rollstuhl, deshalb waren die behindertengerechten Räume hier in der Lebenshilfe besonders gut geeignet.“

In der ersten Reihe verfolge Janna Zilz mit leuchtenden Augen das Konzert – und bekam nicht nur ein Geburtstagsständchen auf Deutsch, das Dan Wilde eigens für sie noch am selben Abend gelernt hatte, sondern auch ihr Lieblingslied, „Hallelujah“ von Leonard Cohen, bei dem sich nicht wenige Zuschauer verstohlen die eine oder andere Träne aus den Augenwinkeln wischen mussten.

Aber auch Dan Cohens eigene Lieder begeisterten die Zuhörer. Er sang von Kindheitserinnerungen, Lebenserfahrungen und natürlich von der Liebe. Das war mal melancholisch, mal fröhlich – und ging das ein oder andere Mal so in die Beine, dass die Bewohner der Lebenshilfe nicht anders konnten, als die Luftgitarren auszupacken.

Immer wieder brachte er das Publikum dazu, mit ihm zu lachen, wenn er sich daran versuchte, seine Lieder auf Deutsch anzukündigen. „Du hättest mir jetzt alles sagen können“, beschuldigte Wilde lachend einen Gast, der ihm die neue Vokabel „Kofferraum“ beigebracht hatte. Und erzählte, wie er zum ersten Mal die Eltern seiner russischen Freundin besuchte und gleich nach dem Kennenlernen mit den Schwiegereltern in Spe nackt in die Sauna musste. „Da ist mir dieses Lied in den Sinn gekommen: Take me home – bring mich nach Hause.“

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